Auktion 1078, Moderne Kunst, 02.12.2016, 18:00, Köln Lot 231

Serge Poliakoff, Composition Rouge orange gris bleu

Serge Poliakoff, Composition Rouge orange gris bleu, 1952, Auktion 1078 Moderne Kunst, Lot 231

Serge Poliakoff

Moskau 1900 - 1969 Paris

Composition Rouge orange gris bleu

Um 1952

Öl auf Leinwand. 60,5 x 50,3 cm. Gerahmt. Unten rechts rotbraun signiert 'SERGE POLIAKOFF'. - Stellenweise, vornehmlich in den dunklen Partien, mit Craquelé und minimalen Farbverlusten.

A. Poliakoff 52-89 (Addendum Bd. 3)

Mit einer Echtheitsbestätigung von Marcelle Poliakoff, der Frau des Künstlers, Paris, vom 20 April 1971

Provenienz

Ehemals Sammlung Durer, Schweiz; Privatbesitz Schweiz (seit 1971); Privatbesitz Berlin

Serge Poliakoffs Kompositionen entstehen aus sich selbst heraus. Ausgehend von einem einzigen Punkt konstruiert der Maler ein organisches Gefüge von Farben, deren spezifische Korrespondenzen und Konturen sich gegenseitig bedingen. Wie in einem Dialog setzt Poliakoff Gegenüberstellungen und Überlagerungen, so lange bis die einzelnen Farbflächen ihr Gleichgewicht zueinander gefunden haben und das Verhältnis von Form und Farbe schlüssig erscheint.

Noch bis 1953 hatte Poliakoff mit prägnanten Linien gearbeitet, über die er chromatische Zonen zusammenfasste. Die Grundlage der vorliegenden Komposition hingegen bilden die übereinander gestaffelten Flächen selbst. Die polygonalen Segmente mit ihren teilweise leicht abgerundeten Seiten setzt er vor einen neutralen, rot unterlegten Hintergrund, der durch eine Vertikale in eine weiße bis ockerfarbige und eine schwarze Hälfte unterteilt ist. Poliakoff verzichtet in diesem Werk bewusst auf eine bunte Farbpalette zugunsten nuancenreicher monochromatischer Flächen und spielt mit den harmonischen Kräfteverhältnissen der Formen im Raum. Die Komposition bezieht ihre Kraft dabei vor allem aus der Ausdehnung der roten Segmente vor hellem und dunklem Grund.

Seit Beginn der 1950er Jahre erlangt Poliakoff als abstrakt arbeitender Künstler internationale Anerkennung. Ein Vertrag, den er 1952 von der Pariser Galerie Bing angeboten bekommt, ermöglicht es ihm den Beruf als Musiker aufzugeben und sich ausschließlich seiner Malerei zu widmen. Bereits 1956 erscheint die erste dem Maler gewidmete Monographie von Michel Ragon.

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