Bedeutendes Bureau plat von David Roentgen

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Bedeutendes Bureau plat von David Roentgen

Mahagoni auf Eiche, vergoldete Bronze und Messing, Eisenschlösser. Pultschreibtisch mit fünf Schüben in zwei Reihen auf nach unten verjüngten Vierkantbeinen auf Rollen. Mittels zwei Federn aus der Platte herausspringendes, höhenverstellbares schräges Pult. Die horizontalen Kanten und die Kanneluren auf den Eckstollen mit Messingblech gefasst. In der Platte eine Fadeneinlage aus Messing, in der Mitte ein aufstellbares Pult. Abschraubbare Beine. Die Rückseite schlicht furniert, möglicherweise für eine frühere wandständige Aufstellung. Aufwändig restaurierter Zustand. H 81,5, B 138, T 88 cm.
Neuwied, Werkstatt David Roentgen, um 1780.

David Roentgen, geboren 11. August 1743 in Herrnhaag, gestorben 12. Februar 1807 in Wiesbaden, war der erfolgreichste und innovativste Möbeltischler der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eingebettet in die Herrnhuter Brüdergemeinde, die die Unternehmungen der Roentgen Werkstatt bis zu einem gewissen Grad finanziell absicherten, konnten Abraham und später sein Sohn David sehr viel freier agieren als es andere Tischler vermochten, da sie als eine der ersten Werkstätten auf deutschem Boden unabhängig von einem fürstlichen Hof arbeiteten. Gleichzeitig, von Zunftzwängen befreit, beschäftigten sie für einzelne Gewerke Spezialisten, was ihnen ermöglichte, Möbel auf dem allerhöchsten Niveau zu bauen.

Dieser Schreibtisch stammt aus der späten, sehr reifen Schaffensphase. Der Klassizismus hat inzwischen das späte Rokoko vollkommen verdrängt. Roentgen hat sehr früh den Übergang zum "neuen Stil" vollzogen, dessen Ideen aufgegriffen und verarbeitet. Die Linien sind gerade, es gibt keine überbordenden Marketerien "peinture de bois" genannt mehr. Alles zielt auf die Holzsichtigkeit des Furniers und die Ausgewogenheit der einzelnen, durch vertikale und horizontale Linien und Bänder gegliederten Flächen.

Greber erwähnt, dass es wenige flache Schreibtische aus der Roentgen Werkstatt aus dieser Schaffensperiode gibt. Alle bekannten Exemplare sind in ihren Proportionen genau wie das angebotene Möbel aufgeteilt. Sie kennzeichnen sich durch ein sehr ausgewogenes Verhältnis von Holz und vergoldeter Bronze / Messing. Auffällig sind auch die Proportionen zwischen den seitlichen und dem mittleren Schub. Diese findet man in derselben Form sowohl bei den flachen Schreibtischen als auch bei denen mit Zylindern, Schrägklappen oder anderen Aufbauten wieder.

Provenienz

Nach Aussage des Vor-Vorbesitzers aus dem Besitz der Grafen von Solms Assenheim, dort 1958 durch Erich Bienert, Frankfurt erworben.
Kunsthandel Otto von Mitzlaff, Wächtersbach.
Deutsche Privatsammlung.

Literaturhinweise

Vgl. Greber, Abraham und David Roentgen, Starnberg 1980, Band 1, S. 245 und Band 2, Abb 687 ff.

Lot 827 Dα

Schätzpreis:
50.000 € - 80.000 €

Ergebnis:
44.640 €