David Teniers d. J. - Weite Berglandschaft mit Pan und Syrinx

David Teniers d. J. - Weite Berglandschaft mit Pan und Syrinx - image-1
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David Teniers d. J.

Weite Berglandschaft mit Pan und Syrinx

Öl auf Leinwand (doubliert). 83,5 x 121 cm.

Im Schatten hoher Laubbäume an einem Felsen stellt ein bocksbeiniges Wesen einer weiblichen Figur nach; es ist Pan, der Syrinx an einem Teich zwischen Schilfrohren und Sträuchern verfolgt. Richtet man den Blick von dieser arkadischen Szenerie im Vordergrund nach rechts, sieht man in der Ferne einen monumentalen felsigen Berg, der - über mehrere Ebenen gestaffelt - in die Höhe ragt. Am Fuß des Berges, ziemlich genau im Bildzentrum, steht ein Schloss mit einer Gartenanlage, umgeben von einer massiven Schutzmauer. Der Garten mit der Terrasse, dem Brunnen und dem Rundtempel ist dabei offensichtlich nach den Prinzipien der barocken höfischen Gartenkunst gestaltet. Weitere Bauten - Villen oder vielleicht auch Klöster - verteilen sich auf dem Berg.
David Teniers schuf diese monumentale Landschaft um 1660 (persönliche Korrespondenz von Margret Klinge mit dem Vorbesitzer, 12.7.1981). Der Künstler legte dabei eine Komposition von Peter Paul Rubens zugrunde, die „Odysseus auf der Insel der Phaiaken“ (Florenz, Palazzo Pitti) zum Thema hat und im Umkreis des flämischen Meisters einige Wertschätzung erfahren haben muss. So hat Lucas van Uden eine Kopie nach ihr geschaffen (Barnard Castle, Bowes Museum), und zwar bereits 1635 und damit noch zu Rubens´ Lebzeiten. Im Gegensatz zu Lucas van Uden kopiert Teniers Rubens´ Komposition jedoch nicht; vielmehr übernimmt er „das Berg- und Schlossmotiv quasi wie ein Topos in einer sonst selbständigen Landschafts- und Figurenkomposition“, wie Klinge ausführt. Während Rubens´ Landschaft durch die dominante Diagonale, die der Berg im Hintergrund bildet, geprägt ist, schafft Teniers durch die Szenerie im Vordergrund ein formales und inhaltliches Gegengewicht; Nah und Fern, urwüchsige und kultivierte Natur, arkadische Fantasiewelt und Gegenwart werden gegeneinander gestellt.

Provenienz

Seit Jahrzehnten in deutscher Privatsammlung.

Lot 2054 Dα

Schätzpreis:
45.000 € - 50.000 €

Gebot
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