Emil Nolde - Sonnenblumen

Emil Nolde - Sonnenblumen - image-1
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Emil Nolde

Sonnenblumen

Aquarell 34,5 x 46,6 cm Unten rechts signiert - Die untere rechte Ecke mit kurzem Einriß und kleinem Papierverlust

Neigt das Blumenaquarell bei der Darstellung kleinerer Blüten zum Filigranen, Grazilen, dem dadurch oft etwas Künstliches anhaftet, so erlauben Sonnenblumen dem Maler ein großzügigeres Arbeiten und eine leichter zu erreichende kraftvolle Bildwirkung. Die Sonnenblumen-Aquarelle stellen auch im Werk Emil Noldes einen Höhepunkt dar. Die Wirkung wird hier dadurch noch verstärkt, daß die schweren Blütenstände bis dicht an den Bildrand, von diesem sogar teilweise angeschnitten, gesetzt sind und so gewissermaßen den Blattrahmen mit ihrer Wucht sprengen. Dabei sind die Details, auch die dem Betrachter nahen Blütenblätter nicht naturalistisch und zeichnerisch perfekt ausgeführt, sondern der von Nolde bevorzugten Nass-in Nass-Technik entsprechend weich und verschwimmend wiedergegeben. Diesen fließend-weichen Partien entsprechen mit dem trockenen Pinsel aufgesetzte deckende Partien, so daß sich ein spannungsreicher Gegensatz von nahen und fernen, idealen und konkreten Details ergibt.
"Den Bezug der Formbildung zum Gegenstand, die ihn andeutet, aber doch durch Offenheit, Skizzenhaftigkeit, Betonung des malerischen Auftrags Distanz zu ihm hält, kann man vorläufig mit dem Begriff der 'Unschärfe' bezeichnen [...] In der Geschichte der Kunst kommt es immer wieder vor, daß ausdrücklich die Präzision des Gegenstands vermieden und er damit in die Sphäre des Unangreifbaren und des Entmaterialisierten entrückt wird." (Erich Franz, Innere Bilder, in: Ausst.-Kat. Münster 1992, Emil Nolde, Aquarelle und figürliche Radierungen, S. 19).

Provenienz

Vom Vorbesitzer in der Galerie Aenne Abels, Köln, erworben; seitdem in Privatbesitz

Lot 1220 Dα

Schätzpreis:
80.000 € - 120.000 €

Ergebnis:
101.150 €