Preußen-Auktion - Überragende Offerte

Lempertz Berlin veranstaltet seine Preußen-Auktion am 24. April zum vierten Mal in Folge unter diesem Titel. Und wieder hat das Team um Alice Jay von Seldeneck eine großartige Offerte zusammengestellt, die nicht nur Sammler des preußischen Klassizismus, der Berliner Kunstszene und des KPM–Porzellans begeistern wird. Die Offerte mit einer überragenden Anzahl von über 560 Objekten umfasst mehrere bedeutende Privatsammlungen.

Den Auftakt bietet die Porzellan-Sammlung von Renate und Tono Dreßen, in deren zweitem Teil nun die Porzellane für den preußischen Hof angeboten werden (die erste Partie hat Lempertz im vergangenen Herbst mit großem Erfolg versteigert). Passend zur Jahreszeit und dem Osterfest zeigt der Teller aus dem japanischen Service einen Hasen (Lot 1, € 6.000 – 8.000). Die Sammlung umfasst zahlreiche der eigenhändigen Serviceentwürfe des preußischen Königs Friedrich II. bis zu den Porzellanen, mit denen im Auftrag von Friedrich Wilhelm III. die Generäle nach den napoleonischen Feldzügen beschenkt wurden, darunter zwei Probestücke für den Duke of Wellington (Lots 70/71) und ein bisher unbekannter russischer Militärteller (Lot 68).


Aus zwei Berliner Privatsammlungen stammen weitere Porzellane, die Friedrich II. für die Ausstattung seiner Schlösser bei der KPM bestellt hat, wie z.B. das seltene und zauberhaft bemalte blaue Kaffeeservice (Lot 137, € 8.000 – 10.000). Eine bedeutende, prachtvolle friderizianische Toilettedose von Christoph Conrad Meyer, um 1757 – 1770 (Lot 166, € 20.000 – 24.000) ist einer der Offertehöhepunkte beim höfischen Silber.

Die Periode des Klassizismus beginnt mit dem Porträt der verehrten Königin Luise von Preußen von Johann Heinrich Schröder (Lot 189, € 15.000 – 20.000). Aus derselben Epoche stammt ein prunkvoller, reich mit Glasprismen behangener Deckenleuchter der Berliner Manufaktur Werner & Mieth, 1797 – 1815 (Lot 214, € 60.000 – 80.00) aus dem früheren Besitz der fürstlichen Familie Hohenlohe-Langenburg. Die Zinkgussplastik des Odysseus bezeugt als einziges überliefertes zeitgenössisches Werk den Skulpturenschmuck im ehemaligen Teesalon der Prinzessin Elisabeth (Lot 222, € 18.000 – 25.000: BU s. u.).


Die Liebhaber des Eisenkunstgusses werden von der fast 200 Lots umfassenden Sammlung C. Lith begeistert sein. Sie beginnt mit 65 Lots allerfeinst ziseliertem Eisengussschmuck, ein Konvolut, das viele Jahrzehnte in dieser Fülle und Qualität nicht mehr auf dem Markt angeboten wurde. Die Grande Parure im Etui von Johann Conrad Geiss ist mit € 6.000 – 8.000 angesetzt (Lot 245).

Am Nachmittag wird die atemberaubende Sammlung E. Solovyeva versteigert, KPM Porzellane aus der Zeit nach 1880 zeigen feinste, aufwendigste Emaildekore, Maler- und Reliefemails. Die Stücke wurden zur Präsentation auf den großen Weltausstellungen angefertigt und sind meist Unikate, mit bis heute unerreichter Qualität (Lot 473, mehrschichtig glasierte Enghalsvase mit Lotusblattdekor und transparenten Glasperlen, KPM Berlin, 1901, € 4.000 – 6.000).