Platschek, Hans

Geburtsdatum/-ort

1923 Berlin

Todestag/-ort

2000 Hamburg

Hans Platschek
Hans Platschek - Ohne Titel

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Hans Platschek schnitt alte Zöpfe ab, forderte etablierte Überzeugungen heraus und verfasste häufig unbequeme, aber vielbeachtete Texte zur Kunst. Als Maler zeigte er sich sperrig, ließ sich schwer einordnen und überraschte immer wieder mit neuen Ansätzen; Streit scheute er nicht.

Hans Platschek - Erste Künstlerjahre in Südamerika, parallele Tätigkeit als Publizist

Hans Platschek wurde am 12. März 1923 in Berlin geboren. Aufgrund der schwierigen politischen Verhältnisse in Deutschland emigrierte er mit seiner Familie 1939 nach Uruguay, wo er in der Hauptstadt Montevideo die Kunsthochschule besuchte. Eine frühe künstlerische Betätigung waren antifaschistische Karikaturen für die weitverbreitete Zeitung La Linea Maginot; außerdem engagierte er sich als Vorstand im Verband der Kunststudenten Uruguays. 1948 konnte Hans Platschek seine erste Einzelausstellung in Montevideo eröffnen, im Folgejahr wurde er Mitherausgeber des Kulturmagazins Clima. Er erhielt die Staatsbürgerschaft Uruguays und beteiligte sich an der Gründung eines Instituts für moderne Kunst. Anfang der 1950er Jahre hielt Hans Platschek Vorlesungen an der Universität von Santiago de Chile und unternahm zahlreiche Reisen durch Südamerika. Im Jahr 1953 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück. Bei einem Aufenthalt in Paris machte er die Bekanntschaft von Größen der internationalen Kunstszene wie Hans Arp, Max Ernst, Raoul Hausmann, Asger Jorn und Tristan Tzara.

Ein rastloser Künstler als Weltbürger und streitbarer Individualist

Hans Platschek übersiedelte 1955 nach München, wo er zwei Jahre später erstmals in der Galerie van de Loo ausstellen konnte. Schnell erwarb sich Platschek als Maler des Informel beträchtliche Anerkennung; gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Jorn verfasste er ein Flugblatt für die Situationistische Internationale; Anlass war seine Teilnahme an der XXIV. Biennale in Venedig im Jahr 1958; auch auf der im Folgejahr stattfindenden Documenta II in Kassel war er vertreten. Er erwarb sich schnell gleichermaßen großen Ruhm als Maler und Publizist, wenngleich er als Künstler keinem Stil eindeutig zuzuordnen war und seine Texte häufig polemisch wirkten. Mit Horst Bienek gab er von 1959 bis 1961 die Zeitschrift Blätter + Bilder heraus; 1963 trat er in Ulm eine Lehrstelle an der Hochschule für Gestaltung an. Den rastlosen Geist, der schon früh an das Reisen gewöhnt war, hielt es jedoch nicht lange an einem Ort: Hans Platschek machte sich wieder auf den Weg, lebte in Rom und in London, ließ sich schließlich in Hamburg nieder, war aber bald wieder als Ehrengast der Villa Massimo in Italien und arbeitete 1993 in seinem alten Exil in Montevideo.

Zahlreiche Publikationen, intensive Auseinandersetzung mit Kunstfragen

Hans Platschek publizierte zahlreiche Bücher zu verschiedenen Kunstthemen, Zeugnisse seiner umfassenden und tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Kunst. Seine frische, oft unvermittelte Herangehensweise wirkte auf manche Kritiker befremdlich und erweckte bisweilen den Eindruck einer aggressiven Polemik, doch herrscht inzwischen weitgehend Einigkeit über den hohen Wert dieser Texte. Für viele Kenner ist der Publizist und Schriftsteller Platschek besser greifbar als der bildende Künstler. Sowohl für seine schriftlichen Veröffentlichungen als auch für seine Kunst erhielt Hans Platschek Preise und Ehrungen, darunter der Ardea-Preis auf der V. Biennale in São Paolo und der Förderpreis der Stadt München. Hans Platschek starb am 9. Februar 2000 in Hamburg bei einem Wohnungsbrand, den seine brennende Zigarre ausgelöst hatte.

© Kunsthaus Lempertz

Hans Platschek Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Hans PlatschekOhne Titel€4.840
Hans PlatschekPlexus I€4.235

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