Mel Ramos

Geburtsdatum/-ort

1935, Sacramento, Kalifornien

Erst Supermänner, dann nackte Frauen: Mel Ramos gilt als der letzte lebende Vertreter der Pop Art. Unbekleidete Pin-Up-Girls in aufreizenden Posen wurden sein Markenzeichen und trugen ihm neben großem Beifall auch viel Kritik von konservativer und feministischer Seite ein.

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Mel Ramos - Superman, Wonder Woman, Playboy

Mel Ramos wurde am 24. Juli 1935 in Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien als Melvin John Ramos geboren. Der Sohn portugiesischer Einwanderer interessierte sich schon früh für Kunst und studierte am Sacramento State College unter Wayne Thiebaud, der als Mentor und Vorbild seinen jungen Schüler stark beeinflusste. Bald begann Mel Ramos damit, im Stil der Pop Art zu malen; seine bevorzugten Motive waren zunächst die männlichen Superhelden der damals überaus erfolgreichen Comicserien, darunter die noch heute populären Ikonen wie Superman und Batman. Auf die männlichen Helden folgten die weiblichen, deren ohnehin knapp bemessenen Trikots der Künstler schließlich zugunsten seiner berühmten Nacktzeichnungen ganz wegließ. Weil er sich keine echten Modelle leisten konnte, benutzte er kurzerhand die Aktfotografien aus dem amerikanischen Erotikmagazin Playboy als Vorlagen. Mit seinen detaillierten figürlichen Darstellungen grenzte er sich nicht nur deutlich vom bis dahin in den USA vorherrschenden Abstrakten Expressionismus ab, sondern wurde in den 1960er-Jahren schnell zu einem der bedeutendsten Vertreter der Pop Art.

Mehr als nur triviale Pin-Up-Bilder

Mel Ramos zeigte auf seinen Bildern nicht einfach nur nackte Frauen, sondern brach diese erotische Darstellung durch die Kombination mit überlebensgroßen Alltagsgegenständen, womit er nach eigener Aussage die sexualisierte Sprache der Werbung ironisieren wollte. Nicht jeder akzeptierte diesen künstlerischen Ansatz: Heftige Kritik erfuhr Mel Ramos bereits in seinen frühen Jahren von konservativer Seite, später warfen ihm auch Feministinnen die Objektivierung und Erniedrigung von Frauen vor. Trotzdem hatte der Künstler bald keine Schwierigkeiten mehr, Modelle zu finden, selbst Töchter aus gutem Hause wurden von ihren Müttern dem Künstler begeistert als mögliche Musen empfohlen. Mel Ramos selbst erklärte, er liebe die Frauen, und er liebe es, sie in ihrer ganzen Schönheit darzustellen – legte dabei aber großen Wert darauf, dass er niemals eine Frau gegen ihren Willen zum Modellstehen überredet hatte. Seine erste Einzelausstellung fand ausgerechnet in Deutschland statt, 1966 in Kassel, in der Galerie Ricke. Sie war ein großer Erfolg, aber bei einer weiteren Ausstellung in Köln wurden seine Bilder von der Polizei verhängt – er hatte für seine Serie »Animal Paintings« unbekleidete Frauen in eindeutigen Posen mit Nilpferden, Kängurus und Robben kombiniert.

Frivole Neuinterpretationen alter Meister

Mel Ramos erweiterte sein künstlerisches Repertoire beständig und beschränkte sich keineswegs nur auf Frauen, auch wenn diese sein bevorzugtes Motiv blieben. Gelegentlich schuf er augenzwinkernde Selbstporträts oder Landschaftsbilder. Auf seine eigene plakative Weise adaptierte er auch die Werke berühmter Vorgänger wie Manet, Modigliani und Ingres, wobei er deren eher subtile Erotik ungeniert durch den schrillen Sexappeal seiner bunten Pin-Up-Mädchen ersetzte. Auch sonst zitierte Ramos gern aus der Kunstgeschichte, orientierte sich bewusst an Skulpturen der Antike oder an Werken von Willem de Kooning. An der California State University in Hayward lehrte Mel Ramos von 1966 bis 1997 als Professor für Malerei.

Mel Ramos lebt und arbeitet heute in Oakland in Kalifornien und in Horta de San Juan in Spanien.

© Kunsthaus Lempertz