Marten van Cleve - Hochzeitszug des Bräutigams

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Marten van Cleve

Hochzeitszug des Bräutigams

Öl auf Holz (parkettiert). 40.5 x 74 cm.

Marten van Cleve wurde in eine Antwerpener Künstlerfamilie geboren. Karel van Mander, der Verfasser des 1604 erschienen „Schilderboek“, berichtet von einer Lehre bei Frans Floris und fügt an, dass Marten van Cleve im Gegensatz zu seinem Bruder Hendrick nicht nach Italien gereist sei. 1551 wurde Marten Mitglied der St. Lukasgilde, im selben Jahr wie Pieter Brueghel d. Ä., fünf Jahre später heiratete er Maria de Greve. Aus dieser Ehe gingen vier Söhne hervor, die ebenfalls Maler wurden.
In der fehlenden Italienreise haben einige Forscher den Grund für die Spezialisierung des Künstlers auf Genrestücke gesehen. Deutlich ist zumindest die Spezialisierung auf Figuren, die er teilweise auch in die Landschaftsbilder seiner Antwerpener Künstlerkollegen als Staffage eingefügt hat, während andererseits die landschaftlichen Hintergründe seiner eigenen Bilder zuweilen von anderen Malern ausgeführt wurden. Charakteristisch für den Figurentypus von Marten van Cleve sind die voluminösen, nahezu faltenfreien Gewänder und die oftmals knollenförmigen Nasen. Das Kolorit wird von kräftig-bunten Farben und starken Farbkontrasten geprägt. Neben den bäuerlichen Genredarstellungen, die meist einen satirischen Charakter beinhalten, umfasst seine Themenpalette auch biblische Szenen und einige Bildnisse.
Das Thema der Hochzeit hat in der flämischen Malerei eine große Beliebtheit und reiche Ausprägung erfahren. Am Beginn dieser Entwicklung stehen im 16. Jahrhunderts drei Maler: Pieter Baltens, Pieter Brueghel d. Ä. und Marten van Cleve, von dem auch die vorliegende Ausführung stammt. Marten van Cleve hat diverse Einzelbilder aber auch insgesamt vier heute nachweisbare Folgen von Hochzeitsbildern geschaffen. Die umfangreichste, aus sechs Tafeln bestehende Serie wurde im November 1986 bei Lempertz versteigert. Ob das vorliegende Gemälde als Einzelbild konzipiert oder Teil einer weiteren Bildserie war, lässt sich bislang nicht feststellen. Dargestellt ist der Zug des Bräutigams, der den Beginn einer solchen Serie bilden würde, meist gefolgt vom Zug der Braut, dem Hochzeitsmahl und der Segnung des Hochzeitsbettes.
In seinem aktuellen Gutachten hat Klaus Ertz unser Gemälde als eigenhändiges Werk von Marten van Cleve anerkannt, wobei er es in die 70er-Jahre des 16. Jahrhunderts datiert.

Zertifikat

Klaus Ertz, Lingen, 30.9.2014.

Provenienz

Deutscher Privatbesitz.

Lot 1024 Dα

Schätzpreis:
70.000 € - 90.000 €

Ergebnis:
80.600 €