Seltene große Butterdose

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Seltene große Butterdose

Porzellan, Unterglasurblau, Emailfarben, Vergoldung. Niedrige Fassform, der plane Deckel mit Balusterknauf. Um den Rand des Deckels unterglasurblauer Gitterdekor mit goldenem Überfang, darin zwei Reserven mit Hafenszenen. Die Ringe des Fasses in Eisenrot, Purpur und lüstrierendem Braun staffiert, das Braun mit goldenen Sprenkeln. Deckel und Wandung dekoriert mit fein gemalten Flusslandschaften in vierpassigen Kartuschen und indianischen Blumen auf kleinen Terraininseln. Im Fond des Fasses Blaumarke Schwerter mit geschweiften Parierstangen und punktförmigen Knäufen. Minimale Randchips, im Inneren wenige sichtbare Verunreinigungen in der Masse. H 6,7, Durchmesser 14,3 cm.
Meißen, um 1725, die Bemalung wohl Johann Christoph Horn zuzuschreiben.

Pietsch beschreibt bei einem Becher aus der Sammlung Wark mit gleichermaßen frühen Dekoren die Entwicklung des ersten Unterglasurblau in Meißen. Aus dem Wunsch heraus, das zarte, leicht zerfließende powder blue chinesischer Kangxi-Porzellane nachzuahmen, benutzte man in Meißen einen Schwamm für den Farbauftrag. Die Meißener Manufakturisten konnten nicht wissen, dass die Chinesen diese Wirkung mithilfe eines Bambusröhrchens erzielten, mit dem die Farbe aufgeblasen wurde. Auch bei der Butterdose sind die dunkelblauen Kartuschenkonturen geschwämmelt, im Gegensatz zu den pinselgezeichneten zirkulären Linien des Gitternetzes. Als Erfinder des Unterglasurblau gilt der Arkanist David Köhler (um 1683 - 1723).

Provenienz

Aus einer alten rheinischen Familiensammlung

Literaturhinweise

Ein weiteres Exemplar mit gleichem Dekor in der Sammlung Darmstaedter, verst. Lepke Berlin, März 1925, Nr. 106, Tafel 30.
Vgl. Pietsch, Early Meissen Porcelain, London 2011, Nr. 110.

Lot 614 Dα

Schätzpreis:
6.000 € - 8.000 €

Ergebnis:
27.280 €