Otto Piene - Ohne Titel

Otto Piene - Ohne Titel - image-1
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Otto Piene

Ohne Titel
1972

Gouache und Feuerspuren auf Karton. 67,5 x 96 cm. Unter Glas gerahmt. Signiert und datiert 'OPiene' (ligiert) '72'. - Im Rahmenausschnitt gleichmäßig leicht geblichen.

„Wenn der Fluss der Farben auf der Oberfläche genug verspricht, zündet er die Substanz an. Es entsteht eine intensive Flamme, die schnell ausbrennt, aber er hat zwei Kontrollmöglichkeiten: die Fläche kann gekippt und gedreht werden, so dass die brennende Farbe verläuft, wobei sich Feuer und Flüssiges kombiniert, und die Flamme kann gelöscht werden - der entscheidende Akt. In dieser Methode vereinen sich Voraussagbares in Form von Erfahrung mit früheren Feuerbildern und Unvorhergesehenes, da das schnelle Verbrennen Ergebnisse zeitigen kann, die außerhalb der Erwartungen des Künstlers liegen. Die Farbe als Ausgangspunkt des Bildes geht dabei nicht verloren, sondern erscheint als Rest in Form von Oxyden: die verkohlte Oberfläche ist reich an Rotschwarz, Blauschwarz und Orangeschwarz. Durch die vereinende Wirkung der Hitze mit der Leinwand verbunden, erscheint sie Piene als ‚harmonisch' und ‚anonym'. Er möchte den Eindruck eines umfassenden, fließenden Vorgangs erzielen, der die Teile des Bildes zusammenschmilzt. Die Anonymität, von der er spricht, ist das Resultat der Übergabe eines individuell gestalteten Objektes an einen Vorgang, in dem physikalische Gesetze außerhalb der völligen Kontrolle des Künstlers dominieren. Obwohl das Feuer von ihm dirigiert und beendet werden kann, sind die Spuren der Verbrennung im Endstadium ebenso deutlich wie die der menschlichen Hand. Man kann sagen, diese Arbeitsweise bezieht neutrale Prozesse ein.“ (Lawrence Holloway, Otto Piene, in: Ante Glibota (Hg.), Otto Piene, Ausst.Kat. Galerie Diogenes, Berlin 1960, Paris 2011, S.70).

Provenienz

Direkt vom Künstler; Privatsammlung, Rheinland

Lot 619 D

Schätzpreis:
30.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
37.200 €