Aus den "Fins Teniers": Hafenszene

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Aus den "Fins Teniers": Hafenszene

Wirkerei in farbigen Seiden- und Wollgarnen, mit Leinen hinterfüttert. Männer beim Befüllen von Fässern und weitere Staffagefiguren vor einem Gebäude rechts, im linken Hintergrund ein Segelschiff. Illusionistische rahmenartige Bordüre im Stil der Tapisserien der Manufacture des Gobelins. Rechts unten Stadtmarke Brüssel und Signatur P.V.D. BORGHT. Umfangreich restauriert, Teile der Bordüre nachgewebt, gereinigt. H 270, B 215 cm.
Brüssel, Pieter van der Borght, Mitte 18. Jh.

Als am 13. Januar 1794 der letzte van den Borght verstirbt, wird mit ihm "die köstlichste der Künste Flandern und Brabants endgültig zu Grabe getragen". So beschreibt Goebel 1923 in seinem Standardwerk zur Bildwirkerei den Umstand, dass die Familie van den Borght als die letzten großen Wirker der Stadt und auch Flanderns ihr Handwerk eingestellt hatten, eine Tradition, die sie zuletzt ziemlich einsam am Leben hielten. Der Großvater Jakob van den Borght hat zwischen 1703 und 1707 noch acht Webstühle am Laufen, sein Sohn Jasper (der Vater von Peter) nur noch fünf. Auf diesen Auftragsrückgang mussten Peter und sein Bruder Frans reagieren. Peter van der Borght (1712 - 1763) hat sich also, der Mode entsprechend, auf ein aktuelleres Bildrepertoire wie z.B. Teniersfolgen spezialisiert. Heute befindet sich eine von ihm signierte Folge in österreichischem Staatsbesitz, und auch einige weitere Tapisserien mit Bauern- oder Kauffahrteiszenen in Privatbesitz tragen gleichfalls seine Signatur.

Literaturhinweise

Zur Familie van den Borght s. Goebel, Wandteppiche, I. Teil. Die Niederlande Bd. I, Leipzig 1923, S. 398 ff.
Eine sehr ähnliche Tapisserie mit gleicher Rahmung und Teniersszene, aber signiert von dem Bruder Frans van den Borght bei Goebel, I. Teil, Bd. II, Abb. 565.

Lot 821 Dα

Schätzpreis:
8.000 € - 10.000 €

Ergebnis:
4.960 €