Lucio Fontana - Ohne Titel

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Lucio Fontana

Ohne Titel
1957

Terrakotta, geritzt, gebohrt und farbig gefasst. Ø 43 cm. Geritzt signiert und datiert 'L. Fontana 57'. - Mit leichten Altersspuren.

Bereits ab 1935 beginnt Lucio Fontana, sich mit dem Material Ton auseinanderzusetzen und erste Erfahrungen in Keramikwerkstätten zu sammeln. Die spezifischen Eigenschaften des Tons - weich und leicht formbar - ermöglichen es ihm, Ideen zu erproben und zu experimentieren. So kommt es auch, dass die ersten Schnitte (Tagli) in keramischen Arbeiten entstehen, bevor der Künstler sie auf seine Gemälde überträgt. Allein die Weiterentwicklung der Idee (concetto) steht im Mittelpunkt von Fontanas Schaffen. Gattungen oder Techniken spielen dabei nur eine sekundäre Rolle. „Fontana zielt auf den Kosmos, die Wissenschaft, die Idee und nicht darauf, der Malerei eine neue Richtung zu geben oder das Kunstwerk auf der Rangliste der künstlerischen Medien ein Treppchen nach oben zu schieben. Er ist ein prototypischer Konzeptkünstler, bei dem die Idee Vorrang vor der Ausführung erhält.“ (Markus Heinzelmann, Keramische Konzepte, in: Keramische Räume, Ausst.Kat., Museum Morsbroich, Dortmund 2014, S.23). Die vorliegende Arbeit aus dem Jahr 1957 veranschaulicht eindrücklich Lucio Fontanas konzeptuelle Vorgehensweise: Wie bei seinen Gemälden ist das Material mit Löchern und Schnitten versehen, um die gewohnte Zweidimensionalität zu überwinden. Aus dem flachen Fond entsteht eine Skulptur, die den Raum erweitert und ihrer eigentlichen Funktion enthoben ist. Fontana trägt mit seiner Interpretation zur Neubewertung der Gattung Keramik bei und wird so zum Vorbild nachfolgender Künstlerkollegen wie Norbert Prangenberg, Thomas Schütte oder Rosemarie Trockel.

Zertifikat

Die vorliegende Arbeit ist in der Fondazione Lucio Fontana, Mailand, registriert.

Provenienz

Privatsammlung, Berlin

Lot 511 D

Schätzpreis:
35.000 € - 45.000 €

Ergebnis:
54.560 €