Günther Uecker - Ampel

Günther Uecker - Ampel - image-1
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Günther Uecker

Ampel
1958

Nägel auf 3 Blechdeckeln auf Leinwand auf Holz. Ca. 54 x 32 x 10 cm. Gerahmt. Rückseitig auf dem Holz signiert und datiert 'Uecker 58' sowie mit einer Widmung. - Mit Atelier- und leichten Altersspuren.

Die unterschiedlichen Farben der drei Blechdeckel, der Glanz des Materials, ihre vertikale Positionierung sowie die rechteckige Form des mit Leinwand überspannten Holzes unterstützen die Assoziation des Bildtitels. Die ‚Lichtfelder' der Ampel werden bei Günther Uecker jedoch durch braune Nägel, deren Spitzen durch die Rückseite der Blechdeckel, in Richtung des Betrachters zeigen, durchstoßen. Die dadurch entstehenden kreisförmigen Nagelfelder können durch Bewegung in Schwingung gebracht werden, wodurch die Dynamik des Objekts unterstützt wird.
Die Verwendung von Nägeln als Strukturelement setzt sich seit 1957 als maßgeblicher Bestandteil in Günther Ueckers Werk durch. Um sich von der Malerei hin zum Objekt zu befreien, experimentiert Uecker, neben dem Nagel, mit verschiedensten Materialien, welche er gerne in ihrer Ursprünglichkeit verwendet. So erschafft der Künstler auch im Werk „Ampel“ nicht ein Abbild der Wirklichkeit „sondern kreiert eine sich in Sinnbildern, Gleichnissen und optischen Annäherungen von hoher sinnlicher Präsenz und hoher ästhetischer Wirkung manifestierende gegenstandslose Welt. […] Mittels der Kunst will Uecker das Bewusstsein zu einer ‚anderen Wirklichkeit' hinführen; das Kunstwerk soll jedoch nicht die direkte Visualisierung dieser neuen Welt sein, sondern lediglich ‚Werkzeug für Erfahrungs- und Gedankenprozesse und Gleichnis einer geistigen Entwicklung'. In diesem Sinne verstehen sich seine Arbeiten als sich materialisierende Spuren dieser in die Alltagswelt eindringenden anderen Wirklichkeit.“ (Richard W. Gassen, Unsichtbar Sichtbares sichtbar machen. Kontinuität und Transmutation im Werk der 80er Jahre, in: Richard W. Gassen, Bernhard Holeczek (Hg.), Uecker, Ausst.Kat. Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein, Heidelberg 1987, S.45-46).

Werkverzeichnis

Honisch 74

Provenienz

Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

Lot 512 D

Schätzpreis:
80.000 € - 120.000 €

Ergebnis:
173.600 €