Bruno Voigt - Ohne Titel (Der Tod marschiert mit)

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Bruno Voigt

Ohne Titel (Der Tod marschiert mit)
1930er Jahre

Aquarell und Bleistift auf glattem Halbkarton mit dem runden Trockenstempel "KORMORAN" 50,3 x 42 cm Unter Glas gerahmt. Unten links mit dem Pinsel blau monogrammiert ,V'. - Mit Reißnagellöchern in den Ecken; mit Stockflecken.

Der 1912 geborene Bruno Voigt studiert ab 1929 an der Akademie für bildende Künste Weimar unter Walter Klemm. Ganz der neusachlichen Kunstströmung verpflichtet, gehören zu seinen stilistischen Vorbildern Otto Dix, George Grosz und Karl Arnold. Auch in der vorliegenden Papierarbeit wird die künstlerische Nähe zu diesen Zeitgenossen deutlich. Darüber hinaus veranschaulicht das Werk die pazifistische Einstellung Voigts, die ihn 1941 zum Deserteur werden lässt. Die schrillen Farben im Zusammenspiel mit der bedrohlich wirkenden Figur am rechten Bildrand, deren Gesicht als groteske Maske gestaltet ist, lassen ein alptraumhaftes Kriegsszenario entstehen. Es erscheint als düstere Vorahnung auf den beginnenden gesellschaftlichen und politischen Wandel, der sich in jenen Jahren in Deutschland vollzieht. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten werden Voigts Arbeiten als entartet diffamiert. Der junge Künstler, der sich auch politisch engagiert, kann nur knapp einer Verhaftung durch die SA entgehen und zieht sich ab 1937 aufs Land zurück. Das unauffällige Leben dort ermöglicht ihm sein künstlerisches Schaffen weiterzuführen. Statt politischer Werke entstehen nun vorrangig Bildnisse und Paardarstellungen im Stile der Neuen Sachlichkeit.

Provenienz

Nachlass des Künstlers; ehemals hessische Privatsammlung; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Ausstellung

Weimar 2005 (Galerie Hebecker), Kurt Erhard/Bruno Voigt. Zwei Künstler der verlorenen Generation, o. Kat.

Lot 347 D

Schätzpreis:
4.000 € - 5.000 €

Ergebnis:
4.340 €