Auktion 1134, Moderne Kunst, 31.05.2019, 17:00, Köln Lot 270

Hans Purrmann, Landschaft mit Promenade

Hans Purrmann, Landschaft mit Promenade, 1905, Auktion 1134 Moderne Kunst, Lot 270

Hans Purrmann

Speyer 1880 - 1966 Basel

Landschaft mit Promenade

1905

Öl auf Leinwand, auf Malkarton aufgezogen. 27 x 35 cm. Gerahmt. Unten links dunkelblau signiert 'H. Purrmann'. Rückseitig mit dem Stempel des Pariser Malerbedarfs "A. LAMORELLE" versehen. - Äußerst farbfrisch und gut erhalten.

Lenz/Billeter 1905/7

Provenienz

Eugen von Kahler; Privatbesitz Süddeutschland; Lempertz, Auktion Moderne Kunst 805, 1. Juni 2001, Lot 998; Privatbesitz Norddeutschland; Galerie Rosenbach, Hannover; Privatbesitz Süddeutschland

Literatur

Clemens Jöckle, Bewundert und mürrisch - Die Studienjahre von Hans Purrmann 1897-1905, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz 99, 2001, S. 257 ff.

1905 bricht Hans Purrmann, der in Berlin bei Lovis Corinth studiert hat, nach Paris auf. Um Stipendien hat er sich an mehreren Orten beworben, gibt aber der Metropole an der Seine gegenüber Italien letztlich den Vorzug - nicht zuletzt wegen der in Deutschland durch Galerien wie Cassirer und Publikationen etwa von Julius Meier-Graefe bekannt gewordenen avantgardistischen französischen Kunsttendenzen. Zu dem Zeitpunkt hat sich Purrmann schon weit von jeder akademischen Malauffassung entfernt. In Paris wird er sich mit dem „Fauvisten“ Henri Matisse, der äußerst einflussreich für sein Werk wird, befreunden und mit ihm zusammenarbeiten. So sind in der vorliegenden Landschaft schon Einflüsse dieser neuen Strömungen aufgenommen. Eine starke, nicht nur Lokal-Farbigkeit zeichnet die Landschaftsbeschreibung aus und taucht die Szenerie in eine Symphonie aus Violett- und Grüntönen. Kaum findet sich das Betrachterauge zurecht in den stürzenden Perspektiven von Auf-, An- und Untersichten, in der die Berglandschaft mit Gewässer gegeben ist. Obschon wohl ein deutsches Motiv - vermutet wird Burg Winzingen in Neustadt an der Weinstraße -, ist es interessanterweise auf einen vorgefertigten leinwandbezogenen Karton einer kleinen Pariser Malmittelhandlung am Montparnasse gemalt. Von Robert Purrmann wurde das Gemälde zunächst auf eine Entstehungszeit um 1910/1911 datiert, ist aber nunmehr im Catalogue Raisonné für das Jahr 1905 verzeichnet.

Aus Purrmanns Pariser Zeit haben sich vergleichsweise wenige Gemälde erhalten. „Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden nicht nur Purrmanns Sammlung französischer Kunst [u.a. von Matisse und Renoir], sondern auch seine eigenen, im Pariser Atelier verbliebenen Bilder sequestriert. Viele sind bis heute verschollen, sodass nicht festzustellen ist, wie viele Bilder tatsächlich in diesen entscheidenden Jahren entstanden.“ (Ina Ewers-Schultz, „Eine Art Universität“: Purrmanns Pariser Jahre, in: Neue Wege zu Hans Purrmann, Berlin 2016, S. 87).

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