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Lot 138 Dα

Rudolf Levy - Blumenstillleben

Auktion 1188 - Übersicht Köln
04.12.2021, 11:00 - Moderne und Zeitgenössische Kunst - Day Sale
Schätzpreis: 15.000 € - 20.000 €
Ergebnis: 18.750 € (inkl. Aufgeld)

Rudolf Levy

Blumenstillleben
1919

Öl auf Leinwand 93,7 x 76 cm Gerahmt. Unten rechts grün datiert signiert und datiert 'R Levy 19'. - Mit leichten oberflächlichen Verschmutzungen.

Mit den beiden hier und als nachfolgendes Los vorgestellten Blumenstillleben können wir zwei Werke der künstlerischen Weggefährten Rudolf Levy und Walter Bondy anbieten. Die Männer freunden sich um 1902 in München an, wo sie private Malschulen besuchten und in demselben Schwabinger Künstlerkreis verkehrten. 1903 gehen sie zusammen nach Paris. Überwältigt von den Eindrücken erkundeten sie gemeinsam die Pariser Quartiers. Als Treffpunkt wählten sie das bescheidene und bis dahin noch unbekannte Café du Dôme in Montparnasse, das sich im Folgenden als illustres Zentrum der ausländischen Pariser Kunstszene etablierte. Der persönliche Kontakt zu dem bewunderten Henri Matisse führte 1908 zu der Gründung von dessen privater Malschule, der „Académie Matisse“, die bis 1912 bestand und der neben Levy und Bondy unter anderem Hans Purrmann, Oskar Moll und Jules Pascin angehörten. In den Sommermonaten der folgenden Jahre unternahmen die Künstler des Café du Dôme auch gemeinschaftliche Malaufenthalte im ländlichen Frankreich, um 1910 knüpfte der Galerist Alfred Flechtheim Kontakte zu den Mitgliedern des Kreises. 1914, als Flechtheim in Düsseldorf eine erste Überblicksausstellung des Pariser Künstlerkreises zeigte, trennten sich die Wege von Levy und Bondy zunächst, 1922 trafen sie in Berlin wieder zusammen. Weitere Ausstellungen des Künstlerkreises bei Flechtheim und in der Berliner Freien Secession zeigten ihre Werke gemeinsam. Karl Scheffler beschrieb 1921 die Verwandtschaft ihrer Kunst, die sich auch in unseren beiden Werken offenbart: „Die Maler des Café du Dôme sind Kinder der großen französischen Traditionen. Sie sind fortschrittlich, aber nicht umstürzlerisch, sie wollen nicht neu von vorn beginnen, sondern das Vorhandene weiterentwickeln. Sie alle sind Maler der schönen Oberfläche und Verteidiger der glorreichen malerischen Kultur. Pascin und Großmann, Purrmann und Levi [sic!], Weißgerber, Ahlers-Hestermann, Bondy, Fritz Friedrich und andere vertreten diese Gruppe.“ (Karl Scheffler, zit. nach: Susanne Thesing, Rudolf Levy. Leben und Werk, Nürnberg 1990, S. 23)

Werkverzeichnis

Nicht bei Thesing

Zertifikat

Wir danken Susanne Thesing, Neudrossenfeld, für bestätigende Auskünfte.

Provenienz

Privatbesitz Berlin (seit den 1960er Jahren)