Wilhelm Lehmbruck - Rückblickende

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Wilhelm Lehmbruck

Rückblickende
1914

Steinguss, gelblich getönt Höhe 92 cm. signiert. Am Sockel bezeichnet W. Lehmbruck

Diese von vornherein als Steinguss konzipierte Plastik des wohl bedeutendsten deutschen Bildhauers des 20. Jahrhunderts findet sich in mehreren Museen. Sie zählte auch zu den von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Skulpturen der Aktion "Entartete Kunst".
August Hoff schreibt 1961 über diese Arbeit:
"Bei Ausbruch des Krieges verließ Lembruck mit seiner Familie Paris in Eile; es wird manches verloren gegangen sein. Er ließ sich in Berlin nieder. Dort entstand im ersten Jahr die endgültige Fassung der 'Rückblickenden' (...), zu der in Paris die so überaus lebendige Skizze entstanden war. Scheu und fein ist auch hier die Gebärde des Rückblickens. Geschlossen und ohne Durchbrüche ist die Masse des Körpers zusammengehalten. Von kraftvoller Räumlichkeit lebt die Plastik. Als leicht bewegte Kurve umläuft der Umriss die Figur, von welcher Seite man sie auch betrachten mag".
Die in Paris und Berlin entstandene Figur mag zunächst als klassischer Akt anmuten, sie erscheint wie eine frierende "Badende" oder eine "Fliehende". Gemeint ist jedoch eher ein Gestus expressiver Zurückhaltung, ein Moment der Verinnerlichung und scheuen Kontemplation.

Werkliste

Hoff 101. Schubert 79, c 3, Abb. S. 300

Provenienz

Sammlung Heckmann, München; Sammlung Kaiser, Feldafing; Lempertz, Nov. 1971, 520. Auktion, Lot 681 (s. Schubert 79 c 7); Privatbesitz, Rheinland

Lot 206 D

Schätzpreis:
50.000 € - 70.000 €

Ergebnis:
62.400 €