Richard Ziegler - Richter und Sünder

Richard Ziegler - Richter und Sünder - image-1
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Richard Ziegler

Richter und Sünder
Um 1925

Öl auf Leinwand 85,5 x 60,5 cm monogrammiert - In der linken oberen Bildhälfte mit einer fachmännisch retuschierten kleinen Leinwanddurchstoßung, unten links einzelne oberflächliche Kratzer.

Richard Ziegler war Mitglied der "Novembergruppe" - ein Zusammenschluß von Architekten, Musikern und Künstlern, deren Arbeiten die soziale Revolution unterstützen sollten. Zu ihr zählten Künstler wie Dexel, Felixmüller, Feininger, Freundlich, Pechstein und Tappert. Zieglers Ausstellungen in Berlin und Dresden wurden 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen. Das Gemälde "Richter und Sünder" ist eine der wenigen erhaltenen wichtigen Kompositionen des Künstlers, der u.a. mit zwei Gemälden aus dieser Zeit in der Sammlung Marvin und Janet Fishman, USA, vertreten war.
In ihrem klaren Bildaufbau und den groß gegebenen Figuren steht die Gerichtsszene stilistisch der Neuen Sachlichkeit nahe. Auch in ihrer satirischen Bildaussage trifft sie den Nerv der politischen Situation in der Weimarer Republik und weist den Delinquenten anhand des grauen Inkarnats und seiner Fußfesseln in abhängiger Stellung zwischen Staat und Kirche aus. Das kleine Kruzifix unten rechts verweist auf das zu befürchtende Ende des Angeklagten.
Welche Bedeutung dieses Gemälde für Ziegler selbst hatte, zeigt die Tatsache, daß er ein Pastell desselben Motivs unter dem Titel "Richter und Sünder" als Opaldruck, eine der Lithographie verwandten Reproduktionstechnik, drucken ließ (ein Exemplar ist in der Richard Ziegler-Stiftung, Calw, vorhanden).

Zertifikat

Wir danken Heiko Rogge, Richard Ziegler-Stiftung, Calw, für bestätigende Auskünfte

Provenienz

Vom Künstler erworben; seitdem in Familienbesitz

Lot 309 D

Schätzpreis:
40.000 € - 50.000 €

Ergebnis:
39.600 €