Heinrich Nauen - Steinbruch bei Visé (Sandgrube bei Visé)

Heinrich Nauen - Steinbruch bei Visé (Sandgrube bei Visé) - image-1
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Heinrich Nauen

Steinbruch bei Visé (Sandgrube bei Visé)
1905

Öl auf Leinwand 97,3 x 110 cm,

"Waren es anfangs Werke der französischen Impressionisten, die ihn begeistern und auf ihn wirken, so ändert sich sein Sehen und Arbeiten im Augenblick, als Nauen zum erstenmal Bilder van Goghs begegnen. Von ihrem unheimlichen Leuchten wird er geblendet, ihrer seelischen Ausdruckskraft kann er sich nicht entziehen. Er fühlt die tiefe geistige Verwandtschaft, und wie mit einem inneren Zwang gibt er sich fast bis zur Selbstaufgabe hin. 'Ich habe Momente gehabt, wo ich van Gogh haßte, weil ich fühlte, daß er mein Wesen erdrückte.' [...] Doch in dem nahezu körperlichen Mitfühlen findet Nauen ganz zu sich selbst. Erst jetzt erkennt er die Bedeutung der Farbe und daß allein die Farbe Grundlage seines Schaffens sein muß. Nun weicht alle Ängstlichkeit und Befangenheit, die Formate der Leinwände werden größer ... [...] Mit weitem großzügigem Blick und freier Hand entfaltet sich eine klare und einfache Ordnung des Bildraumes und eine neue Farbigkeit." (Eberhard Marx, Heinrich Nauen, Recklinghausen 1966, Monographien zur rheinisch-westfälischen Kunst der Gegenwart, Bd. 15, S. 8).
"Steinbruch von Visé" belegt diese beiden Momente: Das der seelischen Ausdruckskraft, die er bei van Goghs Bildern beobachtete und seinen Bilder anverwandelte, und den Primat der Farbe, die bei van Gogh durch das südliche Licht natürlich ungleich intensiver ausfiel, in ihrer gemäßigten Form bei Nauen aber auch jenes unheimliche Leuchten hervorbrachte, welches ihn bei van Gogh so geblendet hatte.

Werkverzeichnis

406 Malkomess 406

Provenienz

Ehemals Sammlung Johannes Geller, Neuss

Literaturhinweise

Verzeichnis der Sammlung des Rechtsanwalts Johannes Geller in Neuss. Mit einem Nachwort von August Hoff. Privatdruck München 1943, S. 10, Nr. 64

Ausstellung

Krefeld 1948 (Kaiser Wilhelm Museum), Heinrich Nauen. Gedächtnisausstellung, Kat. Nr. 6

Lot 995 D

Schätzpreis:
18.000 € - 22.000 €

Ergebnis:
50.400 €