Auktion 957, Alte Kunst, 15.05.2010, 00:00, Köln Lot 1955

Anselm Feuerbach, BACCHISCHE SZENE

Anselm Feuerbach, BACCHISCHE SZENE, Auktion 957 Alte Kunst, Lot 1955

Anselm Feuerbach

1829 Speyer - 1880 Venedig

BACCHISCHE SZENE

Öl auf Leinwand. 57 x 84 cm.

A. Feuerbach.

Zertifikat

Der Auktionskatalog von 1939 nennt für dieses Gemälde Gutachten von Prof. Dr. G. J. Kern, Berlin, Prof. Dr. H. Uhde-Bernays, Prof. Dr. E. Waldmann, Bremen und Ad. Wuester.

Provenienz

Galerie Walter Westfeld, Wuppertal. - 404. Lempertz-Auktion, Köln, 12.-13.12.1939, Lot 93. - 2010 im Rahmen eines Restitutionsbegehrens gütliche Einigung mit den Erben nach Walter Westfeld.

Literatur

Ekkehard Mai: Feuerbach und die alten Meister. Aus Anlaß einer wiedergefundenen Ölskizze in Privatbesitz. In: Pantheon XLII, 1984, S. 131-139. – Jürgen Ecker: Anselm Feuerbach. Leben und Werk. Kritischer Katalog der Gemälde, Ölskizzen und Ölstudien, München 1991, Nr. 110, S. 106-107 mit Abb.

E. Mai, der dem vorliegenden Gemälde 1984 in der Zeitschrift Pantheon einen längeren Aufsatz widmete, schlägt für dessen Datierung den ersten oder zweiten Aufenthalt Feuerbachs in Paris 1851/51 bzw. 1852/53 vor. Er identifiziert in der Ölskizze eine Fülle kunsthistorischer Bezüge und bekannter Motive, die von der vatikanischen Ariadne über Tizian und Poussin bis hin zu Ingres reichen: „Daß die Wiederholung von Motiven und Bildern, eigener wie fremder, für Feuerbach ganz wesentlich geworden ist, braucht nicht zum x-ten Mal betont zu werden.“ (E. Mai, op. cit., S. 136).

Das Thema unseres Gemäldes kann als “Triumph des Bacchus” bestimmt werden: Der Weingott selber ist am linken Bildrand in der Figur zu erkennen, die eine Trinkschale in der hoch erhobenen linken Hand hält. Ihm korrespondiert in der rechten unteren Ecke ein Panther, das traditionelle Attribut des Bacchus. Der hell beleuchtete, delikate Frauenakt im Bildzentrum dürfte die Liebesgöttin Venus darstellen, die in einer kunstvollen Komposition von weiteren Frauen- und Männerakten umgeben ist.

Lempertz stiftet das Aufgeld dieses Lots einer gemeinnützigen jüdischen Organisation in Israel.

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