Feininger, Lyonel

Lyonel Feininger

Lyonel Feininger war einer der ersten Meister am Bauhaus und verkörperte wie nur wenige andere Künstler dessen Konzept der Vereinigung von Kunst und Handwerk. Der deutsch-amerikanische Maler, Grafiker und Karikaturist kam erst spät zur Malerei, entwickelte sich mit seinem abstrakt-überhöhten Stil aber rasch zu einem der bedeutendsten Vertreter der klassischen Moderne.

Lyonel Feininger - Studium in Berlin, Lüttich und Paris, unstetes Privatleben

Lyonel Feininger wurde am 17. Juli 1871 in New York geboren. Seine Eltern waren deutschstämmige Musiker, sein Vater Karl Konzertgeiger, seine Mutter Elisabeth Sängerin und Pianistin. Im Alter von 16 Jahren begleitete Lyonel Feininger seine Eltern auf einer Konzertreise nach Deutschland und blieb mit ihrer Erlaubnis in Hamburg, um dort die Kunstgewerbeschule zu besuchen. Ein Jahr später ging er nach Berlin an die Königliche Akademie und arbeitete neben dem Studium erstmals als Karikaturist für eine Wochenzeitung. 1890 besuchte er auf Drängen seines Vaters in Lüttich das Collège Saint Servais; dort fing er an, sich für die Architektur alter Städte zu begeistern. 1892 führte ihn ein Stipendium für sieben Monate an die Académie Colarossi, die der italienische Bildhauer Filippo Colarossi gegründet hatte. 1893 kehrte er nach Paris zurück und arbeitete als freier Karikaturist und Illustrator für verschiedene Zeitschriften, darunter die Humoristischen Blätter, die Lustigen Blätter und der Ulk. 1901 heiratete Feininger die Pianistin Clara Fürst, die Schwester des Malers Edmund Fürst und eine Schülerin von Artur Schnabel. Mit ihr hatte er zwei Töchter, Leonore (Lore) und Marianne, allerdings verließ er seine junge Familie nur vier Jahre später für die Künstlerin Julia Berg, die sich für ihn ebenfalls von ihrem Mann trennte.

Freundschaft mit Alfred Kubin, rege Ausstellungstätigkeit

Im Jahr 1909 wurde Lyonel Feininger Mitglied der Berliner Secession, zwei Jahre später beteiligte er sich mit sechs Bildern an einer Ausstellung im »Salon des Indépendants« in Paris und lernte dort Robert Delauney kennen. Unter dem Eindruck des französischen Kubismus entstanden die Werke des »Prima-ismus«. Losen Kontakt pflegte Lyonel Feininger mit der Künstlergruppe »Blauer Reiter«, es kam jedoch nicht zu einem Beitritt. Eine fruchtbare Freundschaft entspann sich mit Alfred Kubin, der ihm eine Einladung von Franz Marc für den »Ersten Deutschen Herbstsalon« vermittelte. Im selben Jahr trat Feininger wieder aus der Berliner Secession aus. 1917 konnte er in Herwarth Waldens Galerie »Der Sturm« seine erste große Einzelausstellung durchführen. 1919 berief ihn Walter Gropius als ersten Meister an das neugegründete Bauhaus in Weimar. 1924 gründete Lyonel Feininger gemeinsam mit Alexej von Jawlensky, Paul Klee und Wassily Kandinsky die Gruppe »Die blaue Vier«, die 1925 in New York ihre erste Ausstellung eröffnete.

Erzwungene Emigration in die USA

Lyonel Feininger blieb dem Bauhaus bis zu dessen Schließung im Jahr 1932 verbunden, auch wenn er sich bereits 1926 von seiner Lehrtätigkeit entbinden ließ. 1936 unterrichtete er vorübergehend am »Mills College« in Kalifornien, kehrte aber noch einmal nach Berlin zurück. Die politische Lage in Nazi-Deutschland und die Diffamierung seiner Kunst als »entartet« machten ihm einen weiteren Verbleib aber unmöglich. Nicht zuletzt durch die Unterstützung des Kunstsammlers Hermann Klumpp gelang Lyonel Feininger und seiner Frau Julia die Flucht in die USA. Dort gestaltete er Wandbilder für die Weltausstellung in New York und malte die Wolkenkratzer von Manhattan. Gegen Ende seines Lebens wandte er sich verstärkt dem Aquarell zu.

Lyonel Feininger starb am 13. Januar 1956 in New York. Lore Feininger, seine Tochter aus erster Ehe, war als Porträt- und Architekturfotografin erfolgreich.

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