Lucia Moholy

Geburtsdatum/-ort

18. Januar 1894, Prag, Tschechien

Todestag/-ort

17. Mai 1989, Zürich, Schweiz

Lucia Moholy
Erich Consemüller - Bauhaus Dessau
Lucia Moholy Erich Consemüller - Bauhaus Dessau

Werke von Lucia Moholy kaufen

Kaufen Sie ein Werk von Lucia Moholy in unseren kommenden Auktionen!

Werke von Lucia Moholy verkaufen

Besitzen Sie ein Werk von Lucia Moholy, das Sie gerne verkaufen würden?

Lucia Moholy Biografie

Lucia Moholy war die erste professionelle Fotografin des Bauhaus und machte dessen Kunst einem großen Publikum bekannt. Trotz aller Erfolge gelang es der hochbegabten Fotografin erst spät, aus dem Schatten ihres berühmten Mannes László Moholy-Nagy zu treten.

Im Schatten von László Moholy-Nagy ans Bauhaus

Lucia Moholy wurde am 18. Januar 1894 in Prag, damals noch Teil von Österreich-Ungarn, als Lucia Schulz geboren. Die Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts wuchs in einem atheistisch geprägten Umfeld auf, studierte Philosophie und Kunstgeschichte und arbeitete als Lektorin für den Kurt Wolff Verlag, die Hyperion-Bücherei und den Rowohlt Verlag. Ihre ersten Fotografien machte Lucia Moholy in der Künstlerkolonie Worpswede, wo sie während der Sommer 1918 und 1919 im Barkenhoff von Heinrich Vogeler zu Gast war. Ihre ersten Schreibversuche im expressionistischen Stil veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Ulrich Steffen. 1921 heiratete sie in Berlin den ungarischen Fotografen und Maler László Moholy-Nagy, dem sie 1923 nach Weimar ans Bauhaus folgte, wo er die Nachfolge von Johannes Itten antreten sollte. Dort stand sie im Schatten ihres Mannes, half diesem aber als unverzichtbare Vertraute beim Ausformulieren seiner Theorien und widmete sich selbst zunehmend der Fotografie. Obwohl das Bauhaus in dieser Zeit keine eigene Fotografie-Abteilung besaß, wurden entscheidende Weichen für die Entwicklung der Fotografie in Deutschland gestellt.

Die Prozesse interessierten mehr als das Resultat

Lucia Moholy fotografierte mit einer Plattenkamera und legte Wert auf eine ruhige Bildkomposition ohne Bewegungen oder Verwischungen. Ihre Bilder entstanden nur bei natürlichem Licht, auf technische Hilfsmittel wie Blenden oder Blitze verzichtete sie. Mit ihrem Stil zeigte sie sich der Neuen Sachlichkeit verpflichtet – sehr zur Freude von Walter Gropius. Der Bauhaus-Direktor hielt viel von der Arbeit Moholys, beauftragte sie damit, die Bauhaus-Kunst zu dokumentieren und so für die breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Die Herausgabe ihres Bildarchivs aus der Bauhaus-Zeit musste sie allerdings in den 1950er Jahren gerichtlich erstreiten. Moholy selbst sah sich nicht als Schöpferin, sondern als passive Künstlerin, die ein feines Gespür für die Aufnahme von Dingen besaß. Ihr technisches Verständnis der Fotografie war besonders ausgeprägt, ihr Interesse galt mehr dem Prozess als dem Resultat und viele Projekte László Moholy-Nagys wären ohne die Unterstützung seiner Frau nicht denkbar gewesen: Gemeinsam mit ihrem Mann entwickelte sie eine Technik des Fotografierens ohne Kamera, die sogenannten Fotogramme. Anders als der sendungsbewusste Bauhaus-Meister erhob Lucia Moholy für ihre Werke keinen künstlerischen Anspruch, sondern verstand sich als Handwerkerin.

Emigration nach England und in die Schweiz

Lucia Moholy kehrte 1928 mit ihrem Mann nach Berlin zurück und konnte sich dort als Fotografin zunehmend emanzipieren. 1929 trennte sich das Paar, Lucia Moholy lebte zeitweise mit dem Kommunisten und späteren Widerstandskämpfer Theodor Neubauer zusammen. 1933 floh die Künstlerin aus Nazideutschland, da sie aufgrund ihrer jüdischen Abstammung mit Verfolgung rechnen musste. In London arbeitete sie als Fotografin und Dozentin; 1939 veröffentlichte sie ihr wegweisendes Buch A Hundred Years of Photography 1839–1939, an dem sie schon in Deutschland gearbeitet hatte – in Zusammenarbeit mit dem Fotohistoriker Erich Stenger. Ihre Emigration und Stengers Aufstieg im Nationalsozialismus machten die ursprünglichen Pläne aber zunichte, das nun in Eigenregie veröffentlichte Buch wurde trotzdem ein großartiger Erfolg. Nach dem Krieg ließ sie sich Lucia Moholy in der Schweiz nieder. Der Wiederentdeckung des Bauhauses, die nach dem Krieg begann, stand sie durchaus kritisch gegenüber, was die Rezeption ihres eigenen fotografischen Werks lange Zeit erschwerte.

Lucia Moholy starb am 17. Mai 1989 in Zürich.

© Kunsthaus Lempertz

Lucia Moholy Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Lucia Moholy Erich ConsemüllerBauhaus Dessau€14.880
Herbert Bayer Georg Muche Eugen Batz Lucia Moholy Bauhaus-Photographie Horacio Coppola Katt (Kattina) Both Lotte Stam-Beese T. Lux Feininger Werner David Feist Edmund Collein Gyula Pap Franz Ehrlich Gerd Balzer Ellen Auerbach Hajo Rose GerBauhaus I. Bauhaus II€12.400
Lucia MoholyNordansicht Haus Gropius, Dessau€5.208
Lucia MoholyKaffee- und Teeservice, Entwurf Marianne Brandt€4.998
Lucia MoholyMeisterhäuser Dessau, Doppelhaus€3.720
Lucia MoholySüdansicht Haus Gropius, Dessau€3.472

Lucia Moholy kaufen - Aktuelle Angebote und Referenzobjekte