Auktion 1051, Moderne Kunst, 29.05.2015, 18:00, Köln Lot 223a

Franz Radziwill, Stilleben mit Blumen in blaugrau-gemustertem Steinkrug

Franz Radziwill, Stilleben mit Blumen in blaugrau-gemustertem Steinkrug, 1932, Auktion 1051 Moderne Kunst, Lot 223a

Franz Radziwill

Strohausen/Rodenkirchen 1895 - 1983 Varel-Dangast

Stilleben mit Blumen in blaugrau-gemustertem Steinkrug

1932

Öl auf Holz. 40,4 x 32,3 cm. Gerahmt. Rechts in der Darstellung schwarz signiert und datiert 'Franz Radziwill 32'. - Mit kleineren Retuschen.

Schulze 372

Provenienz

Vom Vorbesitzer direkt beim Künstler erworben, seitdem Familienbesitz, Privatsammlung Spanien; Lempertz Auktion Moderne Kunst 617, 10.12.1986, Lot 911 mit Farbabb.; Hamburger Privatsammlung

Ausstellungen

Berlin 1981/1982 (Neue Gesellschaft für Bildende Kunst) Franz Radziwill, Kat. Nr. 76; Oldenburg/Hannover 1982 (Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte/Kunstverein Hannover), Franz Radziwill (Teil der in Berlin gezeigten Ausst.)

Literatur

Kristina Geipel, Formulierung und Ikonographie des Stillebens in der Malerei der Neuen Sachlichkeit, Diss. Bonn 1992, S. 46, Abb. Nr. 56

Das subtile Stillleben zeigt diverse Merkmale, die für Radziwills Kunst charakteristisch sind: die von den „Alten Meistern“ erlernte Lasurtechnik, die klar konstruierte Zentralperspektive wie auch die Darbietung der statischen Form in ihrer metaphysischen Hintergründigkeit. Die Magie rührt aus der bloßen Präsenz der Objekte, die gerade durch ihre Einfachheit noch einmal gesteigert wird. Nicht eindeutig zu klären ist, ob es sich bei dem Motiv am rechten Rand um ein Fenster oder aber um ein Bild im Bild handelt. Der ungewöhnliche Farbakkord von Blut- und Rostrot, der den blaugrau gemusterten Steinkrug geradezu erstrahlen lässt, aber auch die ungewöhnliche Schattenbildung wecken die Neugierde des Betrachters. Hier erkennen wir Radziwills Vorstellung von der trügerischen Vielschichtigkeit der Welt der sichtbaren Erscheinungen, die für uns vage und unergründbar bleibt. „Je wirklichkeitsnäher die Dinge gemacht werden, desto stärker wird in den Zwischenräumen das Unwirkliche ahnbar.“ (Zitat Franz Radziwill, März 1975, in: Andrea Firmenich, Rainer W. Schulze, Franz Radziwill 1895 bis 1983, Köln 1995, S. 20).

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