Radziwill, Franz

Geburtsdatum/-ort

6. Februar 1895 in Stockhausen

Todestag/-ort

12. August 1983 in Wilhelmshaven

Franz Radziwill - Einmal nah, einmal fern
Franz Radziwill - Einmal nah, einmal fern

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Franz Radziwill erlebte als Künstler zwei Weltkriege und drei große Schaffensphasen. Von seinen frühen Jahren als Expressionist entwickelte sich der deutsche Maler zu einem der bedeutendsten Vertreter des Magischen Realismus, der sein vielbeachtetes Hauptwerk prägte. In späten Jahren wandte er sich vermehrt dem Symbolismus zu.

Franz Radziwill - Maurerlehre, Architekturstudium und Kriegsgefangenschaft

Franz Radziwill wurde am 6. Februar 1895 in Stockhausen geboren. Das älteste von sieben Kindern eines Töpfermeisters bewies während seiner Maurerlehre so viel Kunstfertigkeit, dass ihm ein Studium der Architektur und der industriellen Formgebung an der Technischen Staatslehranstalt Bremen bewilligt wurde. Außerdem lernte Franz Radziwill an der Bremer Kunstgewerbeschule in diversen Abendkursen das Zeichnen. Sein Mentor, der Architekt Karl Schwally, führte Radziwill in die Künstlerkolonie Worpswede ein, wo er mit Künstlern wie Otto Modersohn, Bernhard Hoetger und Heinrich Vogeler in Kontakt kam. Der Erste Weltkrieg bereitete Franz Radziwills künstlerischer Entwicklung ein vorläufiges Ende und zwang den jungen Mann zum Militärdienst in Russland, Frankreich und Flandern. In englischer Kriegsgefangenschaft legte Radziwill ein Gelübde ab: Sollte ihm die Rückkehr nach Deutschland möglich werden, dann kam für ihn nur noch ein Leben als Künstler infrage.

Expressionistische Frühphase, Hinwendung zum Magischen Realismus

Franz Radziwill fand nach dem Krieg bei einem kunstsinnigen Friseur Unterschlupf und konnte in dessen Perückenmacherstube auch sein erstes Atelier eröffnen. Bei einem Besuch in Hamburg machte Radziwill die Bekanntschaft der Kunstsammler Rosa Schapire und Wilhelm Niemeyer, die der expressionistischen Künstlervereinigung Die Brücke nahestanden. Diese Kunstrichtung prägte dann auch das Frühwerk Franz Radziwills. Der Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff lenkte die Aufmerksamkeit von Franz Radziwill auf das Fischerdorf Dangast, in dem sich der junge Maler später ein Haus kaufte, in dem heute noch seine Werke zu bewundern sind. 1920 wurde Radziwill jüngstes Mitglied der Freien Secession in Berlin. Die Berliner Jahre waren äußerst fruchtbar und anregend und brachten regen Umgang mit Malern und Schriftstellern wie George Grosz, Bertolt Brecht, Rudolf Schlichter, Wieland Herzfelde und John Heartfield. In seiner neuen Wahlheimat Dangast wandte sich Franz Radziwill schließlich vom Expressionismus ab und orientierte sich in den nächsten Jahren am Magischen Realismus, der auch sein Hauptwerk prägte.

Zweite Kriegsgefangenschaft und erfolgreiches Spätwerk

Franz Radziwill konnte seine erste große Einzelausstellung im Jahr 1925 im Oldenburger Augusteum eröffnen. In dem Oldenburger Arzt Georg Düser fand er seinen größten Förderer und Sammler. In den Niederlanden studierte er die Meister des Goldenen Zeitalters, die genau wie die deutschen Romantiker Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich großen Eindruck auf ihn machten. Dabei entwickelte er seinen eigenen charakteristischen Stil, den er immer wieder durch mystische und düstere Details anreicherte, wobei er in seine mitunter apokalyptischen Visionen auch die traumatischen Erfahrungen zweier Kriege verarbeitete. Während der NS-Diktatur hatte Franz Radziwill nach anfänglichen Erfolgen mit immer stärkeren Repressionen zu kämpfen: Weil er sich weigerte, in künstlerischer Hinsicht Kompromisse einzugehen, verlor er seine Stellung in Reichskammer der bildenden Künste und wurde schließlich auch aus dem Lehramt an der Düsseldorfer Kunstakademie entlassen. Schließlich wurde Radziwill zum Volkssturm eingezogen und geriet erneut in Kriegsgefangenschaft. In der Nachkriegszeit konnte er endlich wieder künstlerische Erfolge feiern und engagierte sich für den Schutz der Natur. Zusehends bestimmten mythologische Sujets sein Werk und er übermalte zahlreiche seiner früheren Arbeiten – ein unter Kennern bis heute umstrittenes Vorgehen.

Franz Radziwill starb am 12. August 1983 in Wilhelmshaven.

© Kunsthaus Lempertz

Franz Radziwill Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Franz RadziwillEinmal nah, einmal fern€49.600
Franz RadziwillStilleben mit Blumen in blaugrau-gemustertem Steinkrug€37.200
Franz RadziwillDie Konservendose€25.960
Franz RadziwillZinnien€20.230
Franz RadziwillStilleben mit rotem Federhalter€15.470
Franz RadziwillStilleben mit Weckuhr und Bierflasche€15.250

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