Joan Miró - Sans titre

Joan Miró

Sans titre
Um 1956

Aquarell, Tusche und Pastell auf chamoisfarbenem Bütten 28,2 x 20,1 cm Unten rechts signiert 'Miró'. - Schwach gebräunt.

Anlässlich der ersten großen Miró-Ausstellung in Deutschland im Jahr 1954 schrieb Will Grohmann: "Abstrakt sind Mirós Bilder nie. Kunst und Abstrakt wären für ihn Widersprüche in sich. Gefragt, wie er zu Leben und Kunst stehe, gab er zur Antwort, daß bei ihm jede Form und jede Farbe aus dem Erlebnis komme und daß jedes Zeichen einen realen Ausgangspunkt habe. Der Absprung ist bei Miró immer dinglich, was daraus wird, ist eine andere Frage, sicherlich nichts Abbildungshaftes. […] 'Ein Pferd?' fragt der Kunsthändler den Maler. - 'Ja, ein Pferd.' - 'Aber nein, ist das nicht ein Vogel?' - 'Ja sicher, ein Vogel.' So ist das. […] Der Maler, selbst wenn er bei dem Absprung von Wirklichkeit und Vorstellung bleibt, malt keine bereits existierenden Wesen, denn die Wiederholung des Standards wäre tödlich, er erfindet, und Malerei ist das, was die Natur nicht sein kann.“ (Will Grohmann, in: Ausst. Kat. Joan Miró, Kaiser Wilhelm Museum/Württembergische Staatsgalerie Stuttgart, Krefeld/Stuttgart 1954, o.S.). Im Zentrum des vorliegenden heiteren Aquarells steht ein mit breiten Pinselstrichen schwungvoll gezogenes Kurven- und Liniensystem in Rot, Grün, Blau und Orange, das - einen großen assoziativen Freiraum öffnend - an die im Entstehungszeitraum bei Miró besonders beliebten Motive Frau und Vogel denken lässt.

Werkliste

Nicht bei Dupin/Lelong-Mainaud

Zertifikat

Mit einer Foto-Expertise von Ariane Lelong-Mainaud, ADOM, Paris, vom 22. April 2015

Provenienz

Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Lot 237 D

Schätzpreis:
30.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
76.880 €