August Macke - Wäsche im Garten in Kandern. Rückseitig: Münsterkirche in Bonn

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August Macke

Wäsche im Garten in Kandern. Rückseitig: Münsterkirche in Bonn
1907

Öl auf Karton 50 x 40 cm Gerahmt. Rückseitig oben rechts mit Bleistift von Elisabeth Erdmann-Macke bezeichnet "Wäsche im Garten 1907" und von anderer Hand darunter ergänzt "in Kandern". - Entgegen der Angaben im Werkverzeichnis sind die Vorder- und Rückseite des beidseitig bemalten Kartons nie getrennt worden. Das skizzenhafte Motiv der Rückseite mit weißlicher Farbe übermalt. - Die Kartonränder stellenweise leicht bestoßen und mit kleineren Farbverlusten und minimalen Kratzern.

Das Gemälde zeigt hinter einem pittoresken Holzzaun den Blick in einen Vorgarten mit blühenden Bäumen und weiß leuchtender Wäsche auf einer Leine. August Macke malte dieses Bild in dem kleinen, südlich von Freiburg gelegenen Städtchen Kandern, wo seine ältere Schwester Auguste mit ihrem Mann Karl Giss das Hotel Krone führte. August Macke soll diesen Ort im südlichen Schwarzwald, den er außerordentlich schätzte, mindestens sechs mal zwischen 1903 und 1914 besucht haben (vgl. Hans Thuar: Erinnerungen an August Macke, in: Hans Thuar - August Macke. Freunde fürs Leben. Schilderung einer Jugendzeit, Bonn 1992, S. 58). Das Bild entstand vermutlich im Frühjahr des Jahres 1907 noch bevor Macke am 11. Juni eine Parisreise antrat. Die Kunst der französischen Impressionisten, über die er sich zuvor in der berühmten "Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst" von Julius Meier-Graefe informiert hatte, war für ihn eine Offenbarung, die vielerlei Impulse für sein künstlerisches Schaffen gab. Vor allem die Bildkompositionen Manets hatten ihn tief beeindruckt.
Das Bild zeichnet sich durch seine lockere leichte Malweise wie auch durch subtile Farbnuancierungen aus.
Die rückseitige Ansicht des Bonner Münsters ist größtenteils mit weißer Farbe transparent überzogen; der Künstler scheint diese Komposition verworfen zu haben.

Werkverzeichnis

Heiderich 29, 58; Vriesen (1953) 16: Vriesen (1957) 16a, 16 b

Zertifikat

Wir danken Ursula Heiderich, Syke, für freundliche ergänzende Informationen.

Provenienz

Privatbesitz Rheinland (seit 1957); langjährige Leihgabe im Museum für Neue Kunst, Freiburg

Literaturhinweise

Gustav Vriesen, August Macke, Der rote Weg, in: Westermanns Monatshefte, 98. Jg., Heft 5, Braunschweig 1957, Nr. 16 a, Abb. S. 308; Rudolf von Bitter, August Macke, München 1993, ganzseitige Farbabb. Nr. 1, S. 1; Karlheinz Beyerle, August Macke in Kandern, Bonn 1996, S. 111, Farbtafel 5, S. 53; Peter Dering, Die Ausstellungen des August Macke Hauses 1991 - 1996, Schriftenreihe Verein August Macke Haus Bonn Nr. 20, Bonn 1996, mit ganzseitiger Farbabb., S. 194; Peter Daners, Peter Dering u.a., Die Ausstellungen des August Macke Hauses 1991 - 2002, Schriftenreihe Verein August Macke Haus Bonn Nr. 40, Bonn 2002, mit ganzseitiger Farbabb., S. 232

Ausstellung

Aachen 1948 (Suermondt-Museum Aachen), August Macke Gedächtnisausstellung des Museumsvereins, Kat. Nr. 1; München 1962 (Städtische Galerie im Lenbachhaus), August Macke, Kat. Nr. 5; Bonn 1981 (Bundeskanzleramt), August Macke, Kat. Nr. 1; Münster/Bonn/München 1986/1987 (Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster/Städtisches Kunstmuseum Bonn/Städtische Galerie im Lenbachhaus München), Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Kat. Nr. 6 mit ganzseitiger Farbabb. S. 187; Münster/Bonn 2001/2002 (Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster/Kunstmuseum Bonn), August Macke und die frühe Moderne in Europa, Kat. Nr. 20, Farbabb. S. 84; Stade/Freiburg/Bonn 2009/2010/2011 (Kunsthaus Stade/Museum für Neue Kunst/Verein August Macke Haus Bonn), August Macke ganz privat, S. 33, Farbabb. S. 37; Kochel 2015 (Franz Marc Museum), Schöne Aussichten. Der Blaue Reiter und der Impressionismus, S. 191, mit Farbabb. Nr. 48

Lot 302 Dα

Schätzpreis:
200.000 € - 250.000 €

Ergebnis:
260.400 €