Ernst Wilhelm Nay
Bildnis Alice
1926
Öl auf Leinwand 95,2 x 75,3 cm Gerahmt. Unten links grau signiert und datiert 'E.-W. Nay 1926'. - Partiell mit leichtem Craquelé. Leinwand auf neuen Keilrahmen aufgezogen.
Ernst Wilhelm Nays Darstellung seiner damaligen Verlobten Alice erinnert in Thema und Komposition an jene figurativen Arbeiten, die den jungen Künstler an die Berliner Hochschule für bildende Künste brachten. Aus der Zeit als Meisterschüler bei Karl Hofer stammt auch das Bildnis der Alice Lichtenberger, das die Porträtierte mit sphingenhaft-kühlem Ausdruck zeigt. Sein Verbleib galt lange Zeit als unbekannt.
Auf der Rückseite des Werks findet sich ein früherer Akt von Ernst Wilhelm Nay, der vermutlich seine spätere Ehefrau Helene (Elly) Kirchner zeigt. Vom Künstler mit grauer Farbe übermalt, ließ der Vorbesitzer das Ganzfigurenporträt erst unlängst restauratorisch freigelegen. Vor dem Hintergrund von Nays zeitlebens freundschaftlichem Verhältniss zu beiden Frauen, trägt das Aufeinandertreffen von ehemaliger Verlobter und Gattin auf einem Bildträger ein pikantes wie gleichermaßen versöhnliches Moment in sich.
Werkverzeichnis
Scheibler I Nr. 23
Provenienz
Alice Lichtenberger, Falkenstein im Taunus; Nordeutsche Privatsammlung