Johann Wilhelm Preyer - Früchtestillleben mit Reineclauden am Zweig, gefülltem Weinglas, blauen und weißen Trauben am Zweig, Pfirsich und Haselnüssen auf weißer Marmorplatte

Johann Wilhelm Preyer - Früchtestillleben mit Reineclauden am Zweig, gefülltem Weinglas, blauen und weißen Trauben am Zweig, Pfirsich und Haselnüssen auf weißer Marmorplatte - image-1
Johann Wilhelm Preyer - Früchtestillleben mit Reineclauden am Zweig, gefülltem Weinglas, blauen und weißen Trauben am Zweig, Pfirsich und Haselnüssen auf weißer Marmorplatte - image-1

Johann Wilhelm Preyer

Früchtestillleben mit Reineclauden am Zweig, gefülltem Weinglas, blauen und weißen Trauben am Zweig, Pfirsich und Haselnüssen auf weißer Marmorplatte

Öl auf Leinwand. 31 x 41 cm.
Signiert und datiert unten rechts: JWPreyer 1864. (JWP ligiert).

Was an den Stillleben von Johann Wilhelm Preyer vor allem fasziniert, ist die Virtuosität der minutiösen Ausführung. Alle Objekte, die der Künstler vor unseren Augen ausbreitet, scheinen zum Greifen nahe und spiegeln auf malerisch perfekte Weise die jeweils unterschiedlichen Texturen wider, sei es der kühle Marmor der Steinplatte, die diaphane Fragilität des Weinglases mit seinen Lichtreflexen, die das Fensterkreuz des Malerateliers widerspiegeln, die samtige Oberfläche des Pfirsichs oder auch die teils bereits verwelkenden Blätter des Weinlaubs und der Pflaumen. Konnten solche Andeutungen vergehender Natur in der Stilllebenmalerei des Barock noch den moralisch-belehrenden Vanitas-Gedanken beinhalten, so ist die Stilllebenmalerei des 19. Jahrhunderts befreit von solchen unterlegten Sinnebenen und feiert allein die stupende Virtuosität der Malerei - „l'art pour l'art“ im schönsten Sinne.
Die Werke Preyers waren bereits zu Lebzeiten des Künstlers außerordentlich gefragt. Zu seinen Sammlern zählten König Ludwig I. von Bayern, Konsul Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, dessen Kollektion den Grundstock der Nationalgalerie in Berlin bilden sollte, sowie zahlreiche Liebhaber aus den Vereinigten Staaten, weshalb sich noch heute viele seiner Werke in dortigen Sammlungen befinden. Den Grund der Beliebtheit Preyers fasste Friedrich von Boetticher in seinem Standardwerk „Malerwerke des Neunzehnten Jahrhunderts“ kurz zusammen: „Seine Arbeiten sind unübertroffen.“
Aufgrund der minutiösen Ausführung wie auch der sorgfältigen und aufwendigen Vorbereitung der Gemälde durch zahlreiche Zeichnungen und Skizzen - so befindet sich beispielsweise eine Vorstudie zu unserem Gemälde in Bleistift und Feder im Städtischen Museum Schloss Rheydt (Inv.-Nr. Gr. 1435) - ist das Oeuvre Preyers vergleichsweise klein, und seine Werken werden nur selten angeboten.

Provenienz

Europäische Privatsammlung.

Literaturhinweise

Siegfried Weiß u. Hans Paffrath (Hg.): Johann Wilhelm 1803-1889 und Emilie 1849-1930 Preyer. Mit den Werkverzeichnissen der Gemälde von Johann Wilhelm und Emilie Preyer, Köln 2009, S. 201, Nr. 150 mit Abb. - Vermutlich handelt es sich bei dem vorliegenden Gemälde auch um ein bei Eschenbrücher unter den verschollenen Werken aufgeführtes Bild: Ralf Eschenbrücher: Der Stillebenmaler Johann Wilhelm Preyer (1803-1889), Mönchengladbach 1992, S. 162. Dieser Eintrag bei Eschenbrücher wurde dann in das Werkverzeichnis von Weiß/Paffrath unter der Nr. 152 übernommen, so dass unser Werk dort möglicherweise irrtümlich zweimal gelistet ist.

Lot 1547 Dα

Schätzpreis:
30.000 € - 40.000 €

Ergebnis:
73.160 €