Richard Paul Lohse - 2 Bewegungen um eine Achse

Richard Paul Lohse - 2 Bewegungen um eine Achse - image-1
Richard Paul Lohse - 2 Bewegungen um eine Achse - image-1

Richard Paul Lohse

2 Bewegungen um eine Achse
1952/1971

Öl auf Leinwand. 60 x 60 cm. Gerahmt. Rückseitig auf der Leinwand signiert 'Lohse'. Auf dem Keilrahmen signiert, datiert, betitelt und beschriftet 'Richard Paul Lohse Zürich 2 Bewegungen um eine Achse 1952/71' sowie mit datierter (1972) Widmung. - Mit leichten Altersspuren.

Richard Paul Lohse knüpft mit seiner Arbeit stilistisch an den russischen Konstruktivismus und die niederländische de Stijl-Bewegung an. Der Künstler entwickelt in den 1940er Jahren, ähnlich wie Theo van Doesburg, eine Methode zur Vereinheitlichung von Bildelementen und Bildmitteln. Seine einzelnen Strukturelemente werden im Bild durch Farben differenziert, die bei Lohse nicht assoziativ belastet sind. Die Dynamik seiner Bilder entsteht nicht intuitiv, sondern vielmehr systematisch anhand eines Koordinatennetzwerkes und mittels Farbfolgen. Dabei entstehen Werke in einer „Modularen“ oder einer „Seriellen“ Ordnung aus Rechtecken oder Quadraten, die sich am äußeren Bildrand orientieren. Während sich die „Modulare“ Ordnung von einem Kern aus das Bild in horizontalen, vertikalen oder rotierenden Bewegungen erschließt, liegt der „Seriellen“ Ordnung eine kontinuierliche Reihung von Farben zu Grunde. Seine Bildtitel legen die Methode seines Vorgehens offen dar und benennen häufig das Grundprinzip des Bildgefüges. So auch das Werk „2 Bewegungen um eine Achse“, das die Drehung um ein Bildzentrum zum Thema hat. Die systematischen Strukturen ergeben Richtungsbewegungen, die Lohse in den 1940er und 1950er Jahren über einen längeren Zeitraum hinweg weiterentwickelt. Auch mit dieser Arbeit verfolgt Lohse konsequent seinen Ansatz: „Farbe und Form heben sich als Gegensatz auf. […] Die Freiheit der Ästhetik, das Equilibre verwandelt sich in Vorbestimmtheit, das Lapidare des Statisch-Tektonischen in eine solche des Kinetisch-Flexiblen.“ (Richard Paul Lohse, Modulare und Serielle Ordnungen, Ausst.Kat. Städtische Kunsthalle Düsseldorf 1975, S.22).

Provenienz

Direkt vom Künstler erworben; Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

Ausstellung

Kutna/Prag 2011 (Galerie Stredoceského kraje), Düren 2011/2012 (Leopold-Hoesch-Museum, Papiermuseum), Erfurt 2012 (Angermuseum), Dialog über Grenzen, Die Sammlung Riese, Ausst.Kat., S.114 mit Farbabb.

Lot 608 D

Schätzpreis:
30.000 € - 40.000 €

Ergebnis:
69.440 €