Seltenes Service mit Mikromosaikmalerei

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Seltenes Service mit Mikromosaikmalerei

Porzellan, reliefierter Goldfond, pompejiroter Fond, farbiger Aufglasurdekor, oxidierter Silberdekor und Kupferlüster. Modell achteckig glatt. Bestehend aus oktogonalem Tablett, Kanne, Zuckerdose und Teedose, jeweils mit Sphingendeckeln, Milchkännchen und zwei Tassen mit UT. Alle Kopfgefäße sowie das Tablett mit heimischen Vögeln in Mikromosaiktechnik auf chamoisfarbenem Fond, die beiden Tassen mit Schmetterlingen. Zusätzlich dekoriert mit Vasenmotiven in der Imitation von pietre dure auf Goldfond und silbernen Ranken auf pompejirotem Fond. Blaumarke Zepter mit rotem, blauem bzw. schwarzem Unterstrich, Malerzeichen, Pressnummern. Kleinere alte Restaurierungen über Randchips. Tablett H 39,7, B 40, T 31,7 cm. Kanne H 18 cm.
Berlin, KPM, um 1815.

Durch das Wirken von Johann Joachim Winckelmann kam in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Technik des Mikromosaiklegens und die marketerieähnliche Verarbeitung der Halbedelsteine (commesso in pietre dure) in Florenz wieder in Mode. Der opificio di pietre dure schuf nun große Aufträge für Fürstenhäuser und betuchte Sammler, aber auch kleine touristische Objekte, die von der Grand tour als Souvenirs mitgebracht wurden.
Die Antikenliebe des preußischen Königshauses, vielleicht aber auch die beliebten Konkurrenzprodukte der Manufaktur des Josiah Wedgwood, veranlasste die KPM zu einer Reaktion auf diese Mode. Dabei stand im Vordergrund, ein Produkt zu erstellen, das zwar modisch ist, aber trotzdem in allen Details preziös wirkt - ein risikoreiches und aufwändiges Unterfangen. Bemerkenswert ist, dass die Manufaktur bei der Umsetzung in Porzellanmalerei auf drucktechnische Hilfsmittel ganz verzichtete. Jedes Steinchen wurde einzeln gepinselt. Aber auch der Formentwurf ist außergewöhnlich, er verbindet auf elegante und spannungsvolle Weise die Impulse aus der römischen Antike mit ägyptischen Elementen. Das Ensemble stellt heute noch eine große Rarität dar, ein Höhepunkt der Porzellankunst der KPM in der Regierungszeit Friedrich Wilhelms III.

Provenienz

Christie´s New York am 20. Oktober 2011, Lot 33.

Lot 32 Dα

Schätzpreis:
60.000 € - 80.000 €

Ergebnis:
125.000 €