Franz Wilhelm Seiwert - Mutter und Kind I

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Franz Wilhelm Seiwert

Mutter und Kind I
1921

Tonplastik. Heller Scherben, gebrannt mit rötlichen Eintönungen Höhe 37 cm Auf der Standfläche mit Bleistift monogrammiert 'FWS' sowie am Rand signiert 'FW SEIWERT'. - Insgesamt in schöner originaler Erhaltung; mit brandspezifischen Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche. - Ältere kleine Bestoßungen der Unterkante sachgemäß restauriert.

Bohnen folgte bei der Datierung der vorliegenden Plastik einer entsprechenden Erwähnung des Künstlers gegenüber dem französischen Schriftsteller Tristan Rémy, den Seiwert 1922 persönlich kennengelernt hatte. Mit Rémy sollte Seiwert sich befreunden und enger politisch wie publizistisch zusammenarbeiten. Die Figurenkomposition bezaubert nicht nur durch die weichen organischen Konturen sondern insbesondere durch ihre archaische Anmutung. Der abstrakte Stil verschleift die Binnenformen, Material, gerauhte Oberfläche und die tonigen Erdfarben scheinen wie aus der Prähistorie Ur-Menschliches herauszustellen, wobei die maskenhafte Leere der Gesichter im frühen 20. Jahrhundert eine Verfremdung darstellt - ein in dieser Zeit bewusst vom Künstler eingegangenes formales Wagnis. Unter den vielen verschollenen und zerstörten plastischen Arbeiten des Künstlers ragt diese große Mutter-Kind-Gruppe aus alter Wuppertaler Sammlung als ein in jeder Beziehung besonderes und wertvolles Werkbeispiel heraus.

Werkverzeichnis

Bohnen 373 (dieses Exemplar, mit Abb.)

Provenienz

Ehemals Dr. Clemens Grobel, Wuppertal, Nachlass

Lot 499 Dα

Schätzpreis:
6.000 € - 8.000 €

Ergebnis:
6.875 €