Emil Nolde - Drei Goldfische

Emil Nolde - Drei Goldfische - image-1
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Emil Nolde

Drei Goldfische
1930

Aquarell auf feinem Japan. 20,7 x 31,5 cm. Unter Glas gerahmt. Unten rechts mit schwarzer Tinte signiert 'Nolde.' Auf dem ursprünglichen Unterlagekarton unten links mit Bleistift datiert '1930.', unten rechts gewidmet 'Dreie Fische bringen Ihnen Dreien Weihnachtsgrüße von A u E.N.'. - In guter Erhaltung. Original vom Künstler in den obere Ecken auf den Unterlagekarton montiert, in der rechten oberen Ecke kleine Knickspur.

Für dieses schöne Beispiel eines Tieraquarells war die von Emil Nolde verwendete Nass-in-nass-Technik wie geschaffen. Die dünnflüssige Aquarellfarbe entwickelte auf dem angefeuchteten, saugfähigen Papier ein Eigenleben, das mit seinen Schlieren und diffusen Konturen dem Motiv in besonderer Weise gerecht wird. Nolde gelang es auf diese Weise, die bläulich-silberne Transparenz des Wassers und die von den Schwimmbewegungen der Fische hervorgerufenen Wellen und Strömungen gleichsam durch das Fließen der Farbe abzubilden. Das goldgelbe Kolorit der Tiere läuft in offenen, vibrierenden Konturen in das umgebende Wasser aus, wie auch die reale Ansicht eines Fischkörpers unter der Wasseroberfläche nur mit Verzerrungen und Verwerfungen zu erkennen ist.
Die Arbeit ist auf 1930 datiert und wurde vom Künstler und seiner Frau als charmanter Weihnachtsgruß verschenkt. Bereits im Winter 1923/1924 schuf Nolde eine Reihe von Aquarellen mit Fischen, die er im Aquarium des Zoologischen Gartens in Berlin ausführlich beobachten konnte. Die Brechungen des Wassers und die geschmeidigen Bewegungen der Tiere mögen ihn besonders gereizt haben. In der hier angebotenen Arbeit verzichtete er auf jegliche Staffage, wie etwa Pflanzen, und konzentrierte sich ganz auf den Kontrast zwischen dem leuchtenden Gelb und den kühlen, verhaltenen Nuancen des Wassers.

Zertifikat

Mit einer Foto-Expertise von Manfred Reuther, Klockries, vom 21. März 2022. Die Arbeit ist in seinem Archiv unter der "Nolde A - 237/2022" verzeichnet.

Provenienz

Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt (1974, auf der Rahmenrückwand mit dem Galerie-Etikett); Privatsammlung Hessen

Lot 67 Dα

Schätzpreis:
30.000 € - 40.000 €

Ergebnis:
37.800 €