Christian Rohlfs - Rote Blüten

Christian Rohlfs - Rote Blüten - image-1
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Christian Rohlfs

Rote Blüten
1933

Wassertempera 32,7 x 47,5 cm monogrammiert

Die späten Temperablätter von Christian Rohlfs bestechen durch ihren Grad an Unschärfe, beinahe eine Entmaterialisierung die nicht etwa durch einen einfachen Farbauftrag erzielt wurde, sondern mit Wurzelbürste und Handbrause wurde die Farbe wieder und wieder gebürstet, was sich bei dem angebotenen Blatt "Rote Blüten" sehr gut nachvollziehen läßt. So ist hier der Hintergrund wohl in dieser Form bearbeitet und mehrfach die aufgebrachten Farbpigmente ausgewaschen worden - was wie durchaus üblich partiellen kleineren Papierabrieb zur Folge hatte - und erinnert etwa an den im Witterungsprozeß abgetragenen Putz pompejanischer Häuser. Umso prachtvoller erblühen die roten Blumenköpfe in ihrem trockenen Farbauftrag des fast reinen Pigments.
"Künstlerisch wie maltechnisch bedeutet das Spätwerk von Christian Rohlfs die letzte Steigerung und Synthese aller früheren Entwicklungsstufen. Die Experimentierlust läßt im hohen Alter nicht nach. Sie dient aber anders als in den zwanziger Jahren ausschließlich dem einen Zweck, höchste farbige Subtilität bei weitestgehendem Verzicht auf materielle Substanz zu gewinnen. [...] so kann man im Spätwerk Bildvorstellung und Maltechnik nicht mehr voneinander trennen. Sie bedingen sich gegenseitig und steigern sich bis zur angestrebten Vollendung." (Paul Vogt, Zur Maltechnik der späten Temperabilder auf Papier von Christian Rohlfs, in: Ausst. Kat. Emden/Münster 1999 (Kunsthalle/Westf. Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte), Christian Rohlfs, Das Licht in den Dingen. Späte Temperabilder, S. 216)

Werkverzeichnis

Nicht bei Vogt

Zertifikat

Mündlich von Paul Vogt, Essen, bestätigt

Lot 831 D

Schätzpreis:
28.000 € - 30.000 €

Ergebnis:
35.700 €