August Macke - Indischer Brautzug ("Orientalische Jagd")

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August Macke

Indischer Brautzug ("Orientalische Jagd")
1913

Schwarze und farbige Tuschen auf Papier auf Hartfaser fest aufgezogen 147,9 x 312,9 cm

Heiderich führt zur Entstehungsgeschichte des vorliegenden panoramaartigen Wandfrieses aus:
"Bertha Worringer, die Mutter der Malerin Emmy Worringer und des Kunsthistorikers Wilhelm Worringer, leitete das Restaurant des Zoologischen Gartens von Köln. Macke hatte dort seine Malutensilien deponiert. 1913 plante Bertha Worringer die Einrichtung eines Teesalons am Kölner Dom, für den Macke von der Wandgestaltung bis zu letzten Details der Möblierung Entwürfe lieferte." (Ursula Heiderich, August Macke Aquarelle, Werkverzeichnis, Ostfildern-Ruit 1997, zu Kat. Nr. 368, S. 304, vgl. auch dort Kat. Nrn. 367-369, 444 sowie Heiderich, 1993 (op. cit.), Kat. Nrn. 1990-2026).
Zur Ausführung dieser Entwürfe, darunter auch einige kleinere Tapetenentwürfe, kam es nicht. Noch Vriesen bezeichnete diese dagegen repräsentative Arbeit aus Mackes künstlerisch intensivsten Jahren, die nicht zuletzt die Wandbemalung des Ateliers in Bonn durch Macke und Marc vom Herbst 1912 mit dem Paradies-Thema in Erinnerung ruft, im Werkverzeichnis als "Entwurf für eine Tapete". In ihren künstlerischen Qualitäten ist die exotisch-romantische Thematik in wandfüllender Gestaltung als eine sehr Macke-typische Bilderfindung zu bezeichnen. Der Zustand des Werks hat durch das Verblassen der Tuschen, die ohne Vorzeichnung die Motive definierten, sehr gelitten. Seine ursprüngliche Farbigkeit ist wohl nicht einmal mehr im Foto überliefert.
Eine prächtiger, bewegter Zug von Reitern und Elephanten mit Sänften, begleitet von turbangekrönten Prinzen oder Pagen und schlanken Hunden durchzieht von rechts kommend eine paradiesische Baumlandschaft, in deren Vegetation wilde Tiere und Vögel eingefügt sind. Die Bildhälften korrespondieren und sind aufeinander bezogen. Die springenden, vorausjagenden Hunde, die die versteckten Tiere aufzuspüren scheinen, mögen inhaltlich den auch überlieferten Werktitel "Orientalische Jagd" erklären.

Werkverzeichnis

Heiderich 367 mit Abbn. S. 305; Vriesen 338 mit Ab

Provenienz

Emmy Worringer, Köln (Geschenk des Künstlers 1913); Familienbesitz Worringer, Düsseldorf (1957); Zoologischer Garten, Köln

Literaturhinweise

Gustav Vriesen, August Macke, Stuttgart 1953, vgl. S. 75 f.; Ausst. Kat. Macke, Aquarell-Ausstellung, Städtisches Kunsthaus Bielefeld, Bielefeld 1957, Kat. Nr. 338 mit Abb. S. 42 (nicht ausgestellt); Ausst. Kat. August Macke, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Westf. Landesmuseum für Kunst u. Kulturgeschichte Münster/ Städtisches Kunstmuseum Bonn/ Städtische Galerie im Lenbachhaus München, München 1986/1987, mit Abb. S. 163 ; Ursula Heiderich, August Macke, Zeichnungen, Werkverzeichnis, Stuttgart 1993, Kat. Nr. 1991, S. 554 mit Abb. S. 555

Ausstellung

Köln, Wallraf-Richartz-Museum (Leihgabe 1935); Köln 1947 (Museen der Stadt Köln in der Alten Universität), August Macke, Gedächtnis-Ausstellung, Kat. Nr. 38; Düssedorf 1956 (Kunstmuseum Düsseldorf), Düsseldorfer Kaufleute sammeln moderne Kunst, Kat. Nr. 189; Köln 1964 (Kunsthaus Lempertz), Kunst des 20. Jahrhunderts, Auktion 478, 26./27. Mai 1964, Kat. Nr. 393 mit Abb. S. 12; Paderborn/ Münster 1994 (Städtische Galerie in der Reithalle, Schloss Neuhaus/ Westfälisches Landesmuseum für Kunst u. Kulturgeschichte), Durchfreuen der Natur. Blumen, Gärten, Landschaften, August Macke und die Expressionisten in Westfalen, Kat. Nr. 23 mit Farbabb. S. 61

Lot 111 D

Schätzpreis:
30.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
36.000 €