Auktion 997, Moderne Kunst, 22.05.2012, 00:00, Köln Lot 227

Max Peiffer Watenphul, Ischia-Landschaft

Max Peiffer Watenphul, Ischia-Landschaft, 1955, Auktion 997 Moderne Kunst, Lot 227

Öl auf grober Sackleinwand 78 x 140,3 cm, gerahmt. Unten links schwarz monogrammiert und datiert M.P.W. 55. - Randdoubliert, sonst in guter Erhaltung.

Nicht bei Watenphul Pasqualucci/Pasqualucci

Mit einer Bestätigung von Alessandra Pasqualucci, Rom, vom 11.3.2012

Provenienz

Privatbesitz Rheinland

Wie bei seinen Malerkollegen und Freunden Hans Purrmann, Werner Gilles und Eduard Bargheer galt Max Peiffer Watenphuls große Leidenschaft der südlichen, in erster Linie italienischen Landschaft, deren Wesen er in vielen Gemälden und Aquarellen immer wieder variierend zu ergründen versuchte. Nach ersten Italienreisen und einem mehrmonatigen Aufenthalt an der Villa Massimo in Rom siedelt er 1937 nach Italien um und bleibt bis 1941 auf Ischia. Aus materieller Not übernimmt er bis 1946 Lehrtätigkeiten in Krefeld und Salzburg, um von dort an bis zu seinem Tod zuerst in Venedig und dann in Rom zu leben, unterbrochen durch ausgedehnte Reisen, vor allem nach Süditalien. Mitte der 1950er Jahren ist er häufig in Positano und auf Ischia; in dieser für ihn glücklichen und produktiven Phase entstehen seine großen südlichen Landschaften, zu denen auch das angebotene Gemälde gehört: Wie auf einem Panoramabild öffnet sich dem Betrachter die hügelige Insellandschaft Ischias mit Blick auf das azurblaue Mittelmeer. Peiffer Watenphul reduziert dabei die charakteristische Vegetation mit den hochgewachsenen abgeflachten Pinienbäumen sowie die typische kubische Architektur auf ihre Grundformen und umspielt das warme Ocker der Häuser mit den Grün- und Blauwerten der Natur. Die Farben sind bewusst dünn aufgetragen und lassen so die Materialität der groben Sackleinwand durchscheinen und diese zum konstituierenden Element des Bildes werden. Nicht zuletzt überzieht Peiffer Watenphul die gesamte Komposition mit einer Vielzahl von leichten, diagonal gesetzten Pinselstrichen und kleinen Farbklecksen, die für viele seiner Landschaftsbilder seit den 1940er Jahren typisch sind. So entsteht eine Art dünner Schleier, der die flirrende Luft des sommerlichen Südens evoziert und zugleich Peiffer Watenphuls Arbeiten als Erinnerungsbilder lesbar werden lassen.

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