Max Slevogt - Selbstbildnis

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Max Slevogt

Selbstbildnis
1903

Öl auf Karton 32,8 x 25 cm

Das bedeutende kleine Selbstbildnis zeigt den Kopf des damals 36-jährigen Malers im Profil. In würdevoller Pose stellt Slevogt sich hier als erfolgreichen und selbstbewussten Künstler dar. Mit Klemmgläsern auf der Nase und strengem Blick präsentiert er sich in prägnanter Weise als ernsthaften und geistreichen Menschen. Die Umgebung lässt er komplett zurücktreten, um die Züge seines Gesichtes zu akzentuieren. Dieses hebt sich deutlich vor dem hellen Fond ab. Lichte und dunkle Töne beschreiben in feinen Nuancen das Inkarnat des Künstlers. Alle Details seiner Physiognomie sind, von den hohen Wangenknochen über die glänzende Stirn bis hin zu seiner geröteten Ohrmuschel, präzise festgehalten. Die pastose Oberflächenstruktur und der lebendige Duktus geben dem Bildnis eine realistische Wirkung.
Seit 1888 hat Slevogt sich viele Male selbst porträtiert. Meist hat er sich jedoch en face und mit leicht geneigtem Kopf dargestellt. Im Laufe der Jahre wurden die Selbstporträts immer freier. Seit dem Spätherbst des Jahres 1901 lebte Slevogt in Berlin, wo erneut eine Reihe meisterhafter Bildnisse entstand. Vergleichbar in der farblich tonalen Gestaltung, auch in der auffälligen Ähnlichkeit des Kopfes, ist das grosse "Selbstbildnis im Atelier" (98,5 x 75,5 cm) im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster, ebenfalls 1903 entstanden (s. Abb.). Daß das kleinere Selbstbildnis mit dem konzentrieten Profil einen besonderen Stellenwert hatte, beweist die wiederholte Verwendung als Titelabbildung.
"Das kleine Kopfbild von 1903 [...] trägt noch [...] einen Erregungszustand offen zur Schau. Die Tätigkeit, der Malvorgang, bestimmt den Ausdruck in Haltung und Malweise. Der Blick ist auf das werdende Porträt gerichtet, die Profillinie hebt sich ab, der Blick zielt aus den dunklen Höhlen der Augen, das Kinn mit dem kurzen Spitzbart, die Stirn und das gewellte Kopfhaar stoßen wie richtungsbetont vor. Auf engstem Raum komprimiert sich Energie, die mit ganz bescheiden verwendeten kompositorischen Mitteln zum Ausgleich gebracht wird." (Hans-Jürgen Imiela, 1968, op cit., S. 100).
Carl Steinbart war einer der wichtigsten Sammler von Werken Max Slevogts. Der Künstler hat ihn und seine Familie mehrfach porträtiert.

Werkverzeichnis

144 Imiela

Zertifikat

We would like to thank Sigrun Paas, Max-Slevogt-Galerie, Schloss Villa Ludwigshöhe, Edenkoben and Gernot Frankhäuser, Landesmuseum Mainz, for examination of picture and signature as well as for confirmatory archive information.

Accompanied by an older expertise by Heinrich Brauer, Kunstsachverständiger der IHK Berlin (art expert of the Chamber of Industry and Commerce Berlin), dated 22 July 1976

Provenienz

Ehemals Sammlung Carl Steinbart, Berlin; Irmgard Bender-Steinbart, der Tochter Carl Steinbarts, Bonn - Bad Godesberg ; Privatbesitz Heinsberg, seitdem in Familienbesitz

Literaturhinweise

Kunst und Künstler XXVII, 1929, S. 5, mit Abb.; Karl Voll, Max Slevogt, Süddeutsche Monatshefte 3, 1906, Heft 10, mit Abb. als Titelbild; Max Goering (Hg.), Max Slevogt. 60 Bilder, Königsberg 1941, mit Abb. auf dem Umschlag; Hans-Jürgen Imiela, Max Slevogt, Eine Monographie, Karlsruhe 1968, S. 100

Lot 252 D

Schätzpreis:
30.000 € - 35.000 €

Ergebnis:
38.720 €