Günter Brus

Geburtsdatum/-ort

27. September 1938 in Ardning in der Steiermark

Günter Brus - Die rote Tödin
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Günter Brus Biografie

Günter Brus verletzte sich auf der Bühne mit Rasierklingen, trank seinen eigenen Urin, defäkierte, masturbierte, legte sich in Fesseln und wälzte sich in Ekstase splitternackt vor seinem Publikum. Kritik und Kenner erkannten darin einen vollkommenen Höhepunkt der Aktionskunst und feierten den Österreicher als einen der wichtigsten Künstler der Zweiten Republik.

Günter Brus - Malstudium in Wien, Freundschaft mit Alfons Schilling

Günter Brus wurde am 27. September 1938 in Ardning in der Steiermark geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Mureck; den Grundstein für die Karriere als Künstler legte er durch den Besuch der Kunstgewerbeschule in Graz. 1956 übersiedelte er nach Wien, um dort Malerei zu studieren. Dabei machte er auch die Bekanntschaft seines lebenslangen Freundes Alfons Schilling. Der Schweizer Künstler etablierte sich später als früher Vertreter des Action Painting und Wegbereiter des Wiener Aktionismus und gehörte damit zu den wichtigsten Wegbegleitern von Günter Brus. Zu Beginn seiner Laufbahn zeigte sich Brus stark beeindruckt von den Meistern des deutschen Expressionismus und wandte sich überdies dem Werk von Vincent van Gogh und Edvard Munch zu. Auch Maler des Informel wie Emilio Vedova übten großen Einfluss auf die künstlerische Entwicklung von Günter Brus aus. Bei den Bildern dieser Zeit gab sich Brus nicht mit den natürlichen Grenzen zufrieden, sondern versuchte mit einem exzessiven Farbauftrag, neue Ausdrucksformen zu finden. Das ging so weit, dass schließlich sein ganzer Raum in Farbe getaucht war.

Der menschliche Körper als Leinwand und Kunstobjekt

Günter Brus hatte gerade seine erste große Ausstellung mit seinem Freund Schilling vor Augen, als ihn die Einberufung zum Militärdienst erreichte. Die Ableistung desselben stürzte ihn in eine tiefe Krise, die er durch die Hinwendung zur Aktionskunst meisterte. Nachdem er sich im Rahmen der Performance Ana am ganzen Körper selbst bemalt hatte, wandte er sich von der Malerei ab und entwickelte im fruchtbaren Austausch mit seinem Künstlerkollegen und verwandten Geist Otto Muehl eine Vielzahl provokanter Kunstaktionen, die zumeist mit selbst zugefügten körperlichen Schmerzen und sexuellen Handlungen zu tun hatten. Für seine Auseinandersetzung mit dem Thema Geburt erarbeitete Günter Brus die Performance Osmose, Pullover, Einatmen – Ausatmen, in die er seine kleine Tochter Diana miteinbezog. Der menschliche, zumal eigene Körper rückte immer mehr in den Mittelpunkt der Kunst von Günter Brus, dessen aufrührende Aktionen schließlich in der öffentlichen Performance Kunst und Revolution gipfelten, die in der österreichischen Boulevard-Presse unter dem wenig subtilen Titel Uni-Ferkelei ihr Echo fand und die beteiligten Akteure in Konflikt mit der staatlichen Obrigkeit brachte.

Flucht nach Deutschland, Abwendung von der Aktionskunst

Günter Brus floh schließlich vor einer ihm in Österreich drohenden Gefängnisstrafe nach Deutschland, wo er in München mit der Performance Zerreißprobe ein letztes Mal über seine körperlichen Grenzen hinausging, ehe er sich auch auf Drängen seiner Frau von der Aktionskunst abwandte und ganz der Malerei widmete. Um die Kombinationsmöglichkeiten von Literatur und bildender Kunst auszuloten, schuf er den mit zahlreichen Zeichnungen versehenen Roman Irrwisch, der als Beginn einer ganzen Reihe von sogenannten Bild-Dichtungen gelten kann. Günter Brus nahm in Deutschland dreimal an der Documenta in Kassel teil und gelangte schließlich auch in seinem Heimatland zu Ehren: Die Gefängnisstrafe wurde in eine Geldstrafe umgewandelt, auf die Rückkehr nach Österreich folgte 1996 die Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Bildende Kunst sowie 2011 die Eröffnung eines eigenen, ausschließlich seinem Schaffen gewidmeten Museums, dem BRUSEUM im Grazer Johanneumsviertel.

© Kunsthaus Lempertz

Günter Brus Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Günter BrusDie rote Tödin€124.000
Günter BrusWER NICHT FÜHLEN WILL, MUSS DENKEN€27.600
Günter BrusOhne Titel€13.750
Günter BrusOhne Titel (Eierpecken)€6.480

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