Freundlich, Otto

Geburtsdatum/-ort

10. Juli 1878 in Stolp in Pommern

Todestag/-ort

9./10. März 1943 im KZ Lublin-Majdanek

Otto Freundlich - Composition
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Otto Freundlich war seiner Zeit voraus und wurde auf grausame Weise von ihr eingeholt: Der deutsche Künstler profilierte sich als einer der frühesten Vertreter der abstrakten Kunst und suchte mit progressiven kunsttheoretisch-philosophischen Schriften die Öffentlichkeit. In der NS-Diktatur wurden ihm sein künstlerischer Ansatz, seine aufrechte Haltung und seine jüdische Herkunft zum Verhängnis.

Otto Freundlich - Studium bei Lovis Corinth, Lothar von Kunowski und Arthur Lewin-Funcke

Otto Freundlich wurde am 10. Juli 1878 in Stolp in Pommern geboren. Der Sohn eines Spediteurs brach das Gymnasium vorzeitig ab, absolvierte eine kaufmännische Lehre und arbeitete zeitweilig im Holzhandel seines Bruders, ehe er in Hamburg schließlich doch sein Abitur nachholte. Kaum Befriedigung fand Otto Freundlich in einem kurzzeitigen Studium der Zahnmedizin; drei Semester Kunstgeschichte bei Lehrern wie Heinrich Wölfflin schlossen sich an und führten zu einer intensiven und andauernden Beschäftigung mit der Kunsttheorie. Die eigentliche Berufung fand Otto Freundlich jedoch in der praktischen Ausübung von Malerei und Bildhauerei. Im Anschluss an eine Studienreise nach Florenz nahm er darum privaten Kunstunterricht bei Lovis Corinth und Lothar von Kunowski in Berlin; außerdem studierte er Bildhauerei bei Arthur Lewin-Funcke. 1908 unternahm der Künstler seine erste Paris-Reise und kam dabei mit den avantgardistischen Kreisen auf dem Montmartre in Kontakt. Von diesem Umgang tief beeindruckt, versuchte er, die neuen Ideen in seiner eigenen Malschule in München zu vermitteln – doch der Erfolg blieb aus.

Überzeugtes Engagement als Kriegsgegner und Dadaist

Otto Freundlich beteiligte sich an Ausstellungen der Neuen Sezession in Berlin, an der Sonderbund-Ausstellung in Köln sowie am Ersten Deutschen Herbstsalon. Immer wieder zog es ihn nach Paris, wo er zeitweise unter einem Dach mit Pablo Picasso und Georges Braque wohnte. Nicht zuletzt wegen der zunehmenden Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich kehrte Freundlich in seine Heimat zurück, wurde Sanitätssoldat und unterstützte die Antikriegsbewegung. Zeitlebens erwies sich Otto Freundlich als Künstler und Persönlichkeit mit Haltung, die er in Werk und Wesen gleichermaßen unbeirrt demonstrierte. Mit dem befreundeten Maler Hanns Bolz bezog er zeitweise ein Gemeinschaftsatelier im Kölner Gereonshaus. Seine Schwerhörigkeit führte zur vorzeitigen Entlassung aus dem Kriegsdienst. 1918 beteiligte sich Freundlich an der Gründung der Novembergruppe; er wurde Mitglied im Deutschen Werkbund und gehörte mit Johannes Theodor Baargeld und Max Ernst zu den treibenden Kräften des Kölner Dadaismus. Walter Gropius wollte Otto Freundlich für sein Bauhaus gewinnen, doch kam keine Vereinbarung zustande.

Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten

Otto Freundlich verstand seine Kunst der Humanität verpflichtet und verband seine abstrakten Formen mit konkreten Themen. Sein politisches und künstlerisches Verständnis brachte ihn schnell in Konflikt mit den nationalsozialistischen Machthabern, die seine Kunst als entartet diffamierten und aus den Museen entfernten. Freundlich floh nach Frankreich, wo er zu Beginn des Zweiten Weltkriegs als Deutscher inhaftiert wurde – ungeachtet der Tatsache, dass ihm als Jude in Deutschland Verfolgung und Tod gedroht hätte. Künstlerkollegen wie Auguste Herbin, Berthe Weil und Paul Westheim bemühten sich vergeblich um seine Entlassung. Auch Versuche, mit seiner Lebensgefährtin Jeanne Kosnick-Kloss in die USA zu emigrieren, scheiterten. Nach der Besetzung Frankreichs wurde er als Jude denunziert und verhaftet.

Otto Freundlich wurde zwischen dem 9. und 10. März von den Nationalsozialisten ermordet – das genaue Datum wie auch der Ort seines Todes ist unbekannt.

© Kunsthaus Lempertz

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