Wojciech Fangor

Geburtsdatum/-ort

5. November 1922 in Warschau, Polen

Todestag/-ort

25. Oktober 2015 in Warschau, Polen

Wojciech Fangor - B 68
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Wojciech Fangor Biografie

Wojciech Fangor malte sein Leben lang gegen alle Schwierigkeiten an: gegen die Kunstdoktrin der Obrigkeit, gegen den Krieg, gegen die Verfolgung, gegen Angst und Schrecken. In seinen Bildern entdeckte der polnische Künstler die Farben, die er in der ihn umgebenden Wirklichkeit vermisste und löste die scharfen Grenzen, die seine Entwicklung oft behinderten, zu weichen Übergängen auf.

Wojciech Fangor - Sozialistischer Realismus statt abstrakter Moderne

Wojciech Fangor wurde am 15. November 1922 in Warschau geboren. Der polnische Künstler wuchs in politisch schwierigen Verhältnissen auf; während in seiner Heimat und ganz Europa der Zweite Weltkrieg tobte, nahm er privaten Malunterricht bei dem Porträtmaler Tadeusz Pruszkowski und bei dem Maler und Bildhauer Felicjan Szczęsny Kowarski. Im Anschluss erwarb er 1946 ganz offiziell sein Diplom an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau. Schon früh galt das Interesse Wojciech Fangors der abstrakten Moderne, er begeisterte sich für Impressionismus, Expressionismus und Kubismus, konnte sich aber in den Zwängen der damaligen Zeit nicht in diese Richtung entfalten. Die Hinwendung zum Sozialistischen Realismus brachte dem Künstler seine ersten Meriten; es entstanden Bilder mit vielsagenden Titeln wie Lenin in Poronin oder Koreanische Mutter. 1953 trat Fangor eine Stelle als Dozent an der Warschauer Akademie an; im selben Jahr starb Josef Stalin und das politische Klima in Polen wandelte sich, bis im Jahr 1956 der Polnische Oktober endlich den Weg bereitete zu neuen Ufern der Kunst, die Wojciech Fangor begierig erkundete.

Hinwendung zur optischen Kunst, Ausstellungserfolge in den USA

Die neuen Pfade führten Wojciech Fangor zur Abstraktion und zur Gründung der Polnischen Schule der Plakatkunst, die Künstler wie Henryk Tomaszewski, Tadeusz Trepkowski und Jan Lenica umfasste und bald eine hohe internationale Reputation genoss. In den ausgehenden 1950er Jahren entdeckte Fangor die optische Abstraktion für sich und schuf seine ersten Gemälde in diesem Stil, verwaschene, mitunter kaum zu entschlüsselnde Konturen mit leuchtenden Farben, für die er den Namen Positive Illusory Space erfand. Zum Erwerb seines Unterhalts arbeitete Wojciech Fangor neben seiner Tätigkeit als Maler auch als Architekt und Bühnenbildner. Nachdem er 1958 gemeinsam mit Stanisław Zamecznik zum ersten Mal ein Environment in Polen, das Studium przestrzeni (Studium eines Raumes) im Salon der Nowa Kultura installiert hatte, verließ er sein Heimatland über West-Berlin und England in Richtung der Vereinigten Staaten. In England und den USA übernahm Wojciech Fangor Lehraufträge an verschiedenen Akademien und vollbrachte in New York das Kunststück, als erster polnischer Künstler eine Einzelausstellung im renommierten Solomon R. Guggenheim Museum zu erhalten.

Rückkehr nach Polen, im Alter ein hochgeehrter Künstler

Wojciech Fangor blieb trotz aller internationalen Erfolge seiner Heimat verbunden und kehrte 1999 nach Polen zurück, wo er im Jahr 2007 sämtliche Stationen der 2. U-Bahnlinie in Warschau gestaltete. Für das in Recklinghausen beheimatete Museum für polnische Gegenwartskunst schuf er 2015 als eines seiner letzten großen Arbeiten ein Fenster. Für sein Werk erhielt Wojciech Fangor Preise und Auszeichnungen, darunter 2008 den höchsten Kulturpreis seines Heimatlandes, die Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste in Gold. Den großen Erfolg seiner Installationen und Skulpturen in seinen letzten Lebensjahren kommentierte der Künstler, der seine Ideen und Konzepte den Kritikern oft vergeblich zu erklären versucht hatte, mit der bittersüßen Feststellung, es sei doch ein wenig schade, dass er diesen erst mit 90 Jahren gehabt habe und nicht schon mit 40.

Wojciech Fangor starb am 25. Oktober 2015.

© Kunsthaus Lempertz

Wojciech Fangor Preise

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