Fautrier, Jean Léon

Geburtsdatum/-ort

16. Mai 1898 in Paris

Todestag/-ort

21. Juli 1964

Jean Léon Fautrier - Nature morte
Jean Léon Fautrier - Nature morte

Werke von Jean Léon Fautrier kaufen

Kaufen Sie ein Werk von Jean Léon Fautrier in unseren kommenden Auktionen!

Werke von Jean Léon Fautrier verkaufen

Besitzen Sie ein Werk von Jean Léon Fautrier, das Sie gerne verkaufen würden?

Jean Fautrier erzählte in seinen dunklen, schweren Bildern von Schmerz und Tod. Der zeitlebens von einer Lungenkrankheit gepeinigte Künstler verarbeitete damit die Erfahrungen zweier Weltkriege und hinterließ der Nachwelt eine strenge Mahnung, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

Jean Fautrier - Atelier am Montparnasse, Vertrag mit Paul Guillaume

Geboren wurde Jean Fautrier am 16. Mai 1898 in Paris. Nach dem vorzeitigen Tod des Vaters, eines Londoner Kunsthändlers, zog seine Mutter mit ihm nach London, wo er ab 1912 die Royal Academy of Arts besuchte. 1915 wechselte er auf die Slade School, musste seine Ausbildung 1917 aber aufgrund der Einberufung in die französische Armee unterbrechen. Eine schwere Verwundung führte zu einem chronischen Lungenleiden und hatte 1919 die Entlassung aus dem Kriegsdienst zur Folge. Jean Fautrier kehrte zunächst aber weder nach London noch nach Paris zurück, sondern unternahm zahlreiche Reisen; zu seinen Etappen gehörten Innsbruck, Dresden, Berlin, Rouen und Anvers. 1923 bezog er schließlich am Montparnasse ein Atelier. Schon bald organisierte Jeanne Castel seine erste Ausstellung und Paul Guillaume gab ihm einen Vertrag. 1927 konnte er in der Galerie Bernheim-Jeune zum ersten Mal eine Einzelausstellung abhalten. 1928 hätte er auf Vermittlung von André Malraux für den Verlag Éditions Gallimard eigentlich Dantes Inferno illustrieren sollen, das Projekt kam letztlich aber nicht zustande.

Widerstandskämpfer im besetzten Frankreich, Entstehung der »Otages«

Als Künstler hatte Jean Fautrier unter dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise zu leiden, der Verkauf seiner Bilder verschlechterte sich merklich. Gleichzeitig quälten ihn die Folgen der Giftgasverletzung, die er sich im Krieg zugezogen hatte, und er zog sich bis zum Ende der 1930er-Jahre nach Südtirol zurück. Als Jean Fautrier nach Paris zurückkehrte, fand er es von den Nationalsozialisten besetzt und schloss sich kurzerhand der Résistance an. Nach seiner vorübergehenden Inhaftierung durch die SS gelang ihm mithilfe von Jean Paulhan die Flucht nach Châtenay. Im Sanatorium von Dr. Lesavoreux verarbeitete er seine traumatischen Kriegserfahrungen mit einer Bilderserie, die als »Otages« (Geisel-Bilder) seinen späteren Ruhm begründeten. Zu dieser Zeit lernte er auch seine erste Frau Jeannine Alpey kennen, mit der er zwei Kinder hatte und ein eigenes Reproduktionsverfahren entwickelte. Weil diese »Originaux Multiples« aber nicht den gewünschten Erfolg brachten, wandte er sich wieder der Malerei zu.

Wegweisende Malerei in eigenem Stil

Mit seinen »Otages« hatte sich Jean Fautrier einen Namen gemacht und seine eigene Interpretation des französischen Informel geschaffen. Michel Tapié nannte Fautriers Malstil »Un art autre«, sie legte auch einen Grundstein für die spätere »Art-Brut« Jean Dubuffets. Die Technik war gänzlich neu: Jean Fautrier trug eine heiße Farbpaste auf und verrieb sie mit einem Messer. Dann bestreute er das Ganze mit Pastellpuder, bis sich beide Komponenten zu einem neuen Farbkörper verbanden. Das führte zu Bildern mit ungewöhnlich dickem Farbauftrag, die als Motiv meist nur einen einzigen Gegenstand hatten, der kaum noch zu erkennen war. Erst relativ spät erhielt Jean Fautrier Preise für seine Arbeit, 1960 teilte er sich mit Hans Hartung bei der Biennale von Venedig den Großen Preis.

Am 21. Juli 1964 starb Jean Fautrier an den Spätfolgen seiner Kriegsverletzung. Eigentlich hätte dieser Tag sein Hochzeitstag werden sollen: Die geplante zweite Eheschließung mit Jacqueline Cousin wurde durch seinen Tod vereitelt.

© Kunsthaus Lempertz

Jean Léon Fautrier Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Jean Léon FautrierNature morte€85.000
Jean Léon FautrierBuste de Femme€74.400
Jean Léon FautrierOhne Titel€14.400
Jean Léon FautrierPetit Masque€12.400
Jean Léon FautrierOhne Titel€10.540
Jean Léon FautrierOhne Titel€4.880

Jean Léon Fautrier - Aktuelle Angebote und Referenzobjekte