Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm

Geburtsdatum/-ort

1751 Haina

Todestag/-ort

1829 Eutin

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein - Bildnis des Malers Joseph Dorffmeister

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Johann Heinrich Wilhelm Tischbein trug mit seinem berühmtesten Werk, dem großformatigen Porträt Goethe in der römischen Campagna, ganz wesentlich zur öffentlichen Wahrnehmung des deutschen Dichterfürsten bei.

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein - Spross einer Malerdynastie, Freimaurer und erfolgreicher Porträtmaler

Geboren wurde Johann Heinrich Wilhelm Tischbein am 15. Februar des Jahres 1751 in Haina; er entstammte einer hessischen Künstlerdynastie, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Johann Valentin Tischbein ihren Anfang genommen hatte. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein selbst begann bereits im zarten Jungenalter mit Kohle Jagdszenen an die Wand zu zeichnen und handelte sich damit den liebevoll-spöttischen Spitznamen Maler ein. Sein Vater Johann Conrad Tischbein, selbst im Hainaer Kloster als Schreiner tätig, gab ihn in die Obhut seines Onkels, des in Hamburg ansässigen Malers Johann Jacob Tischbein. Nach einer Studienreise in die Niederlande etablierte sich Johann Heinrich Wilhelm Tischbein als Porträtmaler in Berlin. Im Jahr 1778 wurde er Mitglied der Freimaurerloge Zur Eintracht. Um die ersehnte Studienreise nach Italien unternehmen zu können, bewarb sich Tischbein mit Erfolg um ein Italien-Stipendium der Kasseler Akademie. Der anschließende Aufenthalt in Rom brachte durch das Studium der antiken Kunst viele wertvolle Impulse; das Schaffen des Künstlers wurde in dieser Zeit durch zahlreiche Landschafts- und Historiengemälde erweitert.

Freundschaft und Zerwürfnis mit Goethe

Als die finanziellen Mittel zur Neige gingen, musste Johann Heinrich Wilhelm Tischbein gegen seinen Willen den Aufenthalt in Italien abbrechen. In Zürich verkehrte er in den Kreisen um den Philologen Johann Jakob Bodmer und den Physiognomen Johann Caspar Lavater; ehe ihm kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe durch seine Fürsprache bei Herzog Ernst II. von Gotha-Altenburg ein weiteres Stipendium vermittelte, das dem Künstler eine jährliche Zuwendung von 100 Dukaten eintrug. Dieses Einkommen ermöglichte Johann Heinrich Wilhelm Tischbein eine zweite Reise nach Italien, auf der er zeitweilig Goethe als Reisegefährten hatte. Die Reisetagebücher, die Goethe dabei verfasste, wurden später zu der autobiografischen Schrift Italienische Reise verarbeitet und mehrten auch Tischbeins Ruhm. Auf dieser Reise entstand im Jahr 1787 das berühmteste Werk Tischbeins, das prachtvolle Gemälde Goethe in der Campagna, dem der Maler seinen Spitznamen Goethe-Tischbein verdankte. Im Juli desselben Jahres wurde Johann Heinrich Wilhelm Tischbein zum Direktor der Kunstakademie in Neapel berufen, weshalb er Goethe auf der eigentlich geplanten Reise nach Sizilien nicht mehr begleiten konnte – ein Umstand, den der Dichterfürst dem vormals geschätzten Maler auf das Äußerste verübelte und in einem Brief an Johann Gottfried Herder mit mehreren bissigen Bemerkungen quittierte. Der Streit mochte allerdings auch darin seine Ursache haben, dass Tischbein die seinem Förderer Herzog Ernst II. zugesagten Gemälde nicht lieferte und damit seinen Fürsprecher Goethe brüskierte, und auch die inzwischen stark auseinandergehenden Vorstellungen vom Wesen der Kunst hatten wohl ihren Teil beigetragen. Erst in späteren Jahren gelang den einstigen Künstlerfreunden wieder eine vorsichtige Annäherung.

Rückkehr nach Deutschland, Hofmaler des Herzogs von Oldenburg

Mit dem Einmarsch französischer Truppen verlor Johann Heinrich Wilhelm Tischbein seinen Posten als Direktor der Accademia di Belle Arti und kehrte nach Deutschland zurück, wo er zunächst eine Zeichenakademie für Damen in Göttingen betrieb, ehe er im Jahr 1808 die ehrenvolle Stellung eines Hofmalers des Herzogs von Oldenburg erhielt. Als Galeriedirektor der herzoglichen Sommerresidenz in Eutin befreundete er sich mit Philipp Otto Runge, der Tischbein mit der beginnenden Romantik vertraut machte, deren Einfluss, der sich im Spätwerk des Malers noch spürbar niederschlug. Zu dem umfangreichen Spätwerk Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins gehörte der Idyllen-Zyklus, der aus 40 kleinformatigen Gemälden tanzender Nymphen, Zentauren und Faunen bestand. Eine Auswahl aquarellierter Skizzen aus diesem Zyklus ließ er Goethe zukommen, der sie mit Versen und Kommentaren versah und 1822 unter dem Titel Wilhelm Tischbeins Idyllen veröffentlichte. Am 26. Februar 1829 starb Johann Heinrich Wilhelm Tischbein an seiner letzten Wirkungsstätte in Eutin. Sein Sohn war der Förster und Naturforscher Peter Friedrich Ludwig Tischbein.

© Kunsthaus Lempertz

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Johann Heinrich Wilhelm TischbeinBildnis des Malers Joseph Dorffmeister€6.200
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, zugeschriebenZWEI ZEICHNUNGEN.€357

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