Kricke, Norbert

Geburtsdatum/-ort

1922 Düsseldorf

Todestag/-ort

1984 Düsseldorf

Norbert Kricke
Norbert Kricke - Flächenbahn

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Mit seinen vituos geführten metallischen Linien durchmaß Norbert Kricke den Raum und vermittelte seinem Publikum ein Gefühl für Bewegung. Die filigranen Plastiken des deutschen Bildhauers führen den Betrachter an verborgene Orte der Freiheit und geben der Einheit von Raum und Zeit eine Form.

Norbert Kricke - Studium in Berlin bei Richard Scheibe und Hans Uhlmann

Norbert Kricke wurde am 30. November 1922 in Düsseldorf geboren. Von 1946 bis 1947 studierte er in Berlin an der Akademie der bildenden Künste bei Hans Uhlmann, dem Begründer der Metallplastik in Deutschland, und dem vorwiegend traditionell orientierten Richard Scheibe, der Kricke zu seinem Meisterschüler machte. Im Anschluss an sein Studium kehrte Norbert Kricke nach Düsseldorf zurück, wo er sich schnell eine Existenz als freischaffender Künstler aufbaute. Dabei verließ er die anfänglich noch figürlichen Darstellungen nach dem Vorbild seines Lehrers Scheibe schnell zugunsten abstrakter Konstruktionen. Diese künstlerische Entwicklung wurde von keinem Geringeren als dem Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass festgehalten, der als Student der Düsseldorfer Akademie auch Norbert Kricke begegnete und in seiner Autobiografie launig davon sprach, wie der Künstler die Modelle nackter Mädchen gegen dürre Drahtgestelle ausgetauscht habe – dem Zeitgeist zuliebe.

Erste Werke in der Tradition von Naum Gabo und Antoine Pevsner

Norbert Kricke fand im dünnen, biegsamen Drahtgestell den Werkstoff seiner Wahl, mit dem er seine berühmten abstrakten Plastiken schuf. Waren die frühen Konstruktionen noch peinlich gerade und symmetrisch zusammengefügt, ging der Künstler bald zu unförmigen, gewundenen Gebilden über, die mit dürren Armen in den umgebenden Raum ausgriffen und von ihm Besitz nahmen. Mit seiner Kunst bewegte sich Kricke zunächst im Gefolge des Konstruktivismus der russischen Meister Antoine Pevsner und Naum Gabo, deren technisch-mathematischem Ansatz er mehr und mehr seine freie, ungebundene Formsprache hinzufügte. Dabei ging es Norbert Kricke nicht um die Figur an sich, nicht um das Dargestellte als Objekt, sondern um die Art der Darstellung an sich, um das Gerüst, die stand- und tragfähige Konstruktion. So bewegte er sich von der Serie der Lütticher, mit der er 1952 erstmals diagonale Linienführung genutzt hatte, in raschen Schritten zu den Kurvigen, den Knoten und den Knäuel, mit deren Gesten und Zeichen er der Bildersprache des Informel nahekam.

Heftiger Künstlerkrieg zwischen Joseph Beuys und Norbert Kricke

Norbert Kricke drängte mit seinen Plastiken zunehmend in den öffentlichen Raum, wo er die strenge, geometrische Architektur der Nachkriegsmoderne durch seine Kunst zu brechen oder wenigstens zu lockern versuchte. Beispielhaft für diese Bemühung ist das Werk Die Große Mannesmann vor dem von Paul Schneider-Esleben und Egon Eiermann entworfenen Mannesmann-Hochhaus. Im Kampf um den öffentlichen Raum traf er in den 1960er-Jahren mit zunehmender Härte auf Joseph Beuys, dem er messianisches Gehabe und hemmungslose Selbstinszenierung vorwarf. Die Auseinandersetzung zwischen beiden Künstlern gehört zu den schärfsten der deutschen Nachkriegskunst, beide wussten meinungsstarke Lager hinter sich, die jeweils eigene Narrative pflegten: So galt Krickes Kampf gegen Beuys bald als Auseinandersetzung zwischen Establishment und Freiheit. Von 1972 bis 1981 stand Kricke als Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie vor, in dieser Zeit führte er die bis heute bestehende Tradition des Rundgangs ein, bei dem aktuelle Arbeiten der Akademie-Studenten einer interessierten Öffentlichkeit gezeigt werden. Norbert Kricke starb am 28. Juni 1984 in seiner Geburts- und Heimatstadt Düsseldorf.

© Kunsthaus Lempertz

Norbert Kricke Preise

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Norbert KrickeRaumplastik€59.520
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Norbert KrickeFlächenbahn€10.710

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