Gerhard Marcks

Geburtsdatum/-ort

1889 Berlin

Todestag/-ort

1981 Köln

Gerhard Marcks
Gerhard Marcks - Schwimmerin II

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Gerhard Marcks Biografie

Gerhard Marcks trotzte zwei Weltkriegen und dem akademischen Kunstbetrieb, fand seinen eigenen künstlerischen Weg und wurde mit seinen feinsinnigen Plastiken neben Ernst Barlach, Wilhelm Lehmbruck und Georg Kolbe zu dem bedeutendsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts.

Gerhard Marcks - Ein hochbegabter Autodidakt im Gefolge Rodins, Gauls und Kolbes

Gerhard Marcks wurde am 18. Februar 1889 in Berlin als Sohn eines Kaufmanns geboren. Schon während seiner Schulzeit fertigte er Illustrationen für selbstverfasste Indianergeschichten in der Tradition von Karl May an und malte die Tiere im Zoo. Für seine angestrebte Künstlerlaufbahn wählte er jedoch eine plastischere Disziplin und entschied sich, Bildhauer zu werden, lehnte es aber ab, sich an der Berliner Akademie zu bewerben. Gerhard Marcks war ein konsequenter Autodidakt, dem akademischen Kunstbetrieb misstraute er entschieden, worin er seinem großen Vorbild, dem französischen Bildhauer Auguste Rodin, folgte. Stattdessen bildete er eine Ateliergemeinschaft mit dem zehn Jahre älteren Bildhauer und Maler Richard Scheibe, um sich dort die nötigen Grundlagen zu erarbeiten. Gemeinsam betrieben die beiden Künstler Anatomie- und Aktstudien, die Bekanntschaft mit den etablierten Meister August Gaul und Georg Kolbe motivierte Marcks zur Schaffung diverser Kleinbronzen, meist Tiermotive, die er schließlich auf den Ausstellungen der Berliner Secession präsentierte. Unter der Anleitung von Max Adolf Pfeiffer beschäftigte er sich außerdem mit Porzellan.

Mensch, Natur, Religion und Mythos als bestimmende Themen

Gerhard Marcks erlebte 1914 mit der Einberufung zum Kriegsdienst eine einschneidende Erfahrung, erst am Tag zuvor hatte er seine Frau Maria Schmidtlein geheiratet. Im Winter 1916 kehrte er von einer schweren Erkrankung und den Schrecken der Westfront gezeichnet, vorzeitig zu seiner Familie zurück. Halt, Inspiration und Trost fand Gerhard Marcks bei seinen wiederholten Besuchen in Unterwurflehen, einem Bauernhof auf dem Obersalzberg, den die Familie seiner Frau besaß. Der Künstler selbst bezeichnete in der Rückschau diese Aufenthalte dort als Reisen ins Paradies. Hier entstanden zahlreiche Zeichnungen von Menschen, Tieren und Landschaften, die ihm später als Vorlage für seine Plastiken dienten. Seine Sujets schöpfte Gerhard Marcks außerdem aus dem Bereich der christlichen Religion und der antiken Mythologie, wobei er jedoch stets jedes Pathos vermied und stattdessen mit großer Sensibilität die feinen Zwischentöne herausarbeitete, die auf den sonst üblichen monumentalen Darstellungen nie zum Ausdruck kamen. Wichtige Impulse empfing er auch auf einer Griechenlandreise im Jahr 1928.

Lehrer am Bauhaus, Konflikt mit den Nationalsozialisten

Gerhard Marcks folgte 1919 dem Ruf an das Bauhaus in Weimar, 1920 übernahm er die Leitung der Bauhaus-Töpferei in Dornburg an der Saale; dort kam es zur Zusammenarbeit mit Marguerite Friedlaender, Max Krehan und Otto Lindig. Die Freundschaft mit Lyonel Feininger führte zu der Beschäftigung mit dem Holzschnitt. 1925 ging er als Bildhauer-Lehrer an die Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle, der er seit 1928 als amtierender Rektor vorstand – die Ernennung zum ordentlichen Rektor hatte er abgelehnt, weil er kein Beamter werden wollte. Sein unerschrockener Einsatz für den Verbleib jüdischer Lehrkräfte brachte Gerhard Marcks mit der nationalsozialistischen Obrigkeit in Konflikt und führte 1933 zu seiner Entlassung. Seine Kunst wurde als »entartet« eingestuft, zahlreiche Werke beschlagnahmt und nur die rechtzeitige Warnung seines dankbaren früheren Meisterschülers Wilhelm Löber bewahrte ihn vor dem Schlimmsten. Nach dem Krieg lehrte und arbeitete Marcks in Hamburg und Köln; er gestaltete unter anderem Rückseite der Siegesmedaillen für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München, wofür er eine Darstellung der Dioskuren Kastor und Pollux wählte. Gerhard Marcks starb am 13. November 1981 in Burgbrohl.

© Kunsthaus Lempertz

Gerhard Marcks Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Gerhard MarcksSchwimmerin II€390.400
Gerhard MarcksSelene€238.000
Gerhard MarcksMaja€168.000
Gerhard MarcksKleine Schwestern€79.300
Gerhard MarcksKleine Sitzende im Hemd€62.400
Gerhard MarcksFortuna€56.120

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