Scholz, Werner

Geburtsdatum/-ort

23. Oktober 1898 in Berlin

Todestag/-ort

5. September 1982 in Schwaz, Tirol

Werner Scholz - Witwen (Die beiden Witwen)
Werner Scholz - Witwen (Die beiden Witwen)

Werke von Werner Scholz kaufen

Kaufen Sie ein Werk von Werner Scholz in unseren kommenden Auktionen!

Werke von Werner Scholz verkaufen

Besitzen Sie ein Werk von Werner Scholz, das Sie gerne verkaufen würden?

Werner Scholz spannte in seiner langen Künstlerlaufbahn eine weite Brücke von dem erschreckend greifbaren Elend der Großstadt Berlin bis zu den transzendenten Gestalten des Alten Testaments und den fabelhaften Mythen der Griechen. Als Maler und Mensch bemühte er sich um die Verdichtung des Unnötigen hin zum Wesentlichen und scheute auch vor unbequemen Entscheidungen in Deutschlands dunkelster Zeit nicht zurück.

Werner Scholz - Schwere Kriegsverletzung, Chronist des sozialen Elends

Werner Scholz wurde am 23. Oktober 1898 in Berlin geboren. Sein Vater war als Architekt bei Walter Gropius selbst in die Schule gegangen, seine Mutter eine ausgebildete Pianistin – beide Eltern vermittelten dem Sohn schon früh einen Sinn für die Kunst. Dies führte 1916 zu einem Studium der Malerei an der Universität der Künste Berlin. Dieses unterbrach Werner Scholz aber bald, um sich als Freiwilliger zum Militärdienst zu melden. Während des Ersten Weltkriegs wurde er in Frankreich so schwer verletzt, dass man seinen linken Unterarm amputieren musste. Ungeachtet dieser Behinderung setzte er 1919 sein Studium in Berlin fort; 1920 konnte er sein erstes eigenes Atelier am Berliner Nollendorfplatz eröffnen. Berlin blieb nicht nur sein Wohnort, sondern stellte auch den Mittelpunkt seiner Kunst dar: Werner Scholz illustrierte im Stil des Expressionismus die Not des kleinbürgerlichen Alltags, die er aus nächster Nähe beobachten konnte. Dabei nahm er Abstand von aller künstlerischen Verbrämung und zeigte das soziale Elend drastisch und ungeschönt. Damit wurde er zum Vertreter des Expressiven Realismus.

Protest gegen die Kulturzerstörung der NS-Diktatur

Werner Scholz stand künstlerisch den Malern der Künstlergruppe Brücke nahe; deren ehemaliges Mitglied Emil Nolde hatte eines seiner frühen Werke erworben und vermittelte Scholz auch die Teilnahme an einer Ausstellung im Märkischen Museum Witten. Doch trotz aller Prägung, die der Künstler durch die Brücke-Mitglieder wie Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und August Macke empfing, ging er in der Unerbittlichkeit seiner Darstellung doch auch deutlich über deren Vorbild hinaus. Den drohenden Schatten des Nationalsozialismus erspürte der Künstler schon früh und sah es als seine künstlerische Pflicht, dieser nie dagewesenen Bedrohung der Kultur mit großer schöpferischer Leidenschaft entgegenzutreten. Als Mitglied des Deutschen Künstlerbundes stellte er sein malerisches Memento bis zur erzwungenen Schließung durch die Nationalsozialisten aus. Er selbst wurde als entartet diffamiert und mit einem absoluten Ausstellungsverbot belegt. Mit seiner Frau Ursula emigrierte Werner Scholz nach Österreich; das Ehepaar erwarb in Alpbach in Tirol das Haus Büchsenhausen. Das Berliner Atelier des Künstlers wurde 1944 Opfer der alliierten Bombenangriffe, dabei wurden auch die vor den Nazis versteckten Bilder vernichtet.

Rückzug nach Tirol, neue Bilderzyklen in der Nachkriegszeit

Werner Scholz hatte sich schon vor seinem Exil häufig in Alpbach aufgehalten und in dem abgeschiedenen Bergidyll einen inspirierenden Gegenpol zu der vertrauten Hektik der Berliner Großstadt gefunden. Hier entstanden zahlreiche beeindruckende Werke, die inhaltlich um das kirchlich strukturierte Leben der bäuerlichen Gesellschaft kreisten. Auch dabei ging es dem Künstler wie bei seinen Großstadtbildern nicht um eine möglichst naturalistische Wiedergabe, sondern um eine Verdichtung auf die wesentlichen Akzente, die er für sich ausgemacht hatte. Nach dem Krieg wandte sich Werner Scholz zunehmend der Griechischen Mythologie und Motiven aus dem Alten Testament zu, deren Themen er in mehreren Pastellzyklen verarbeitete. Bereits 1946 wurden seine Arbeiten wieder in Deutschland gezeigt. Schnell fand er wieder künstlerische Anerkennung, 1954 schuf er im Auftrag der Firma Krupp das Stahl-Triptychon – es war das erste von vielen Bildern mit Szenen aus dem Ruhrgebiet.

Werner Scholz starb am 5. September 1982 in Schwaz in Tirol.

© Kunsthaus Lempertz

Werner Scholz Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Werner ScholzWitwen (Die beiden Witwen)€37.200
Werner ScholzDie Diele der Dame. Les deux amies€35.000
Werner ScholzVerschleierte (Braut)€11.160
Werner ScholzFlorentinerin€7.200
Werner ScholzDer Zaun€6.050
Werner ScholzKreon und Antigone€4.392

Werner Scholz - Aktuelle Angebote und Referenzobjekte