Broodthaers, Marcel

Geburtsdatum/-ort

28. Januar 1924 in Saint-Gilles/Sint-Gillis bei Brüssel

Todestag/-ort

28. Januar 1976 in Köln

Marcel Broodthaers - Série de neuf tableaux en langue allemande, Die Welt
Marcel Broodthaers - Série de neuf tableaux en langue allemande, Die Welt

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Marcel Broodthaers gehört zu den schwer greifbaren Gestalten der Moderne. Lange Zeit schätzten nur wenige Kenner den belgischen Dichter, der sich im Alter von 40 Jahren spät den bildenden Künsten zuwandte. 1997 führte die documenta X zu seiner postumen Wiederentdeckung und rückte sein Werk in den Fokus der Kunstwelt.

Marcel Broodthaers - Frühe künstlerische Karriere als Dichter des Surrealismus

Marcel Broodthaers wurde am 28. Januar 1924 in Saint-Gilles/Sint-Gillis bei Brüssel geboren. Schon früh fühlte er sich zur Kunst berufen, doch war es zunächst das dichterische Wort, das ihm als Ausdruck diente. Gern erzählte der Künstler selbst die Geschichte, wie er als junger Dichter und Schriftsteller gegen Ende des Zweiten Weltkriegs den belgischen Surrealisten René Magritte traf und von seinem Landsmann in die Groupe Surréaliste révolutionaire eingeführt wurde. 1945 konnte sich Marcel Broodthaers mit Gedichten in der Tradition von Surrealismus und Symbolismus erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. 1947 gehörte er zu den Unterzeichnern des surrealistischen Manifests Pas de quartiers dans la la révolution; ein Jahrzehnt später konnte er einen Gedichtband veröffentlichen. Obwohl Broodthaers' Schwerpunkt bis Mitte der 1960er-Jahre die Dichtkunst blieb, interessierte er sich schon früher für andere Kunstformen, drehte 1957 seinen ersten Film, der dem deutschen Dadaisten Kurt Schwitters gewidmet war. Auch betätigte er sich als Journalist und Antiquar.

Die Kunst als große Herausforderung der Weltordnung

Marcel Broodthaers verstand seine Poesie als eine Störung der Weltordnung, als ein Mittel, die etablierte Ordnung und ihre Strukturen infrage zu stellen. Ausgehend von diesem Standpunkt erkannte er, dass die bildende Kunst ihm in weit größerem Umfang erlaubte, seinen Protest und seine Kritik zu artikulieren und er beschloss, mit ihren Mitteln seine Dichtung auszuweiten. Im Rahmen einer aufsehenerregenden Kunstaktion überzog Marcel Broodthaers 1964 die Restauflage seines Gedichtbandes Pense-Bête mit Gips, machte sie auf diese Weise unlesbar und verwandelte sie in eine Skulptur. Damit trug er öffentlich seine Karriere als Poet zu Grabe. Trotzdem wandte er sich keineswegs vollständig von der Wortkunst ab; vielmehr bezog Marcel Broodthaers immer wieder Konzeptkunst mit ein, deren Rahmen jetzt allerdings weitaus breiter gesteckt war: Anspruchsvolle Collagen, aufwendige Installationen und intellektuell durchdachte Konstruktionen prägten das Werk des Belgiers, der 1970 nach Düsseldorf zog. In den Katalogen löste er Ordnung und Übersicht auf, indem er Bild- und Textelemente in scheinbar unstrukturierter Willkür durchmischte.

Wegweiser für die Entwicklung künstlerischer Generationen

Marcel Broodthaers ging es nicht darum, einzelne Objekte zu schaffen, sondern die Wahrnehmung der Kunst als Ganzes zu hinterfragen und zu beeinflussen. Zu diesem Zweck legte er besonderen Wert auf die Präsentation der Werke und entwarf sogar ein fiktives Museum für Moderne Kunst, dem er selbst als Kurator vorstand und das er unter anderem auf der documenta 5 zeigte. Mit dieser Interpretation von Kunst als Institutionskritik faszinierte und überforderte er Kritik und Publikum gleichermaßen. Sprache und Bild wurden von Marcel Broodthaers zu einem großangelegten Wechselspiel, bei dem die Grenze zwischen Form und Inhalt verwischte und das Objekt oft nicht mehr von seiner Umgebung zu unterscheiden war. 1972 versah er bei einer Installation jedes einzelne dargestellte Objekt unter Bezugnahme auf sein frühes Vorbild Magritte mit dem ironischen Hinweis Dies ist kein Kunstwerk. Alle Festlegung war dem Künstler fremd, vielmehr ging er mit seiner Kunst neue Wege und setzte Maßstäbe für die Entwicklung der bildenden Kunst der nach ihm kommenden Generationen.

Marcel Broodthaers starb am 28. Januar 1976 in Köln.

© Kunsthaus Lempertz

Marcel Broodthaers Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Marcel BroodthaersSérie de neuf tableaux en langue allemande, Die Welt€620.000
Marcel BroodthaersGestalt-Bild-Abbildung€400.000
Marcel BroodthaersSocle€118.750
Marcel BroodthaersOhne Titel€75.000
Marcel BroodthaersOhne Titel€59.500
Marcel BroodthaersVinaigre des Aigles€13.200

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