Alfred Hrdlicka

Geburtsdatum/-ort

27. Februar 1928 in Wien

Todestag/-ort

5. Dezember 2009 in Wien

Alfred Hrdlicka - Liegender Torso (Samson)
Alfred Hrdlicka - Liegender Torso (Samson)

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Alfred Hrdlicka Biografie

Alfred Hrdlicka verehrte Karl Marx, unterzeichnete seine Briefe als Ultra-Stalinist und scheute in seinem berserkerhaften Kampf gegen den Kapitalismus vor wüsten Provokationen und Beleidigungen nicht zurück. Kunst war für den österreichischen Bildhauer, Maler und Schriftsteller immer Politik, und in der politischen Auseinandersetzung kannte der überzeugte Kommunist kein Pardon.

Alfred Hrdlicka - Kindheit im Untergrund, Studium in Wien

Alfred Hrdlicka wurde am 27. Februar 1928 in Wien geboren. Seine Kindheit war überschattet von den heftigen und blutigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen politischen Gruppierungen der Ersten Republik Österreich. Nicht nur musste er die Hinrichtung eines guten Freundes miterleben, er wurde auch früh Zeuge von Gewalt und Leid. Als Sechsjähriger wurde Hrdlicka bei einer nächtlichen Hausdurchsuchung von Geheimpolizisten verprügelt. Mit seinem Vater verbrachte er während der NS-Diktatur die meiste Zeit im Untergrund, entzog sich auf diese Weise dem Militärdienst und konnte bei einem befreundeten Zahntechniker in die Lehre gehen. Diesen Beruf, den er mit der leidvollen Zeit in Verfolgung und Entbehrung verband, wollte Alfred Hrdlicka aber später bewusst nicht ausüben. Durch seinen im Krieg gefallenen Bruder ermutigt, entschied er sich für die schon länger ersehnte Laufbahn als Künstler und nahm dafür weitere wirtschaftliche Not in Kauf. 1946 begann er in Wien ein Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste bei Josef Dobrowsky und Albert Paris Gütersloh.

Durchbruch in Venedig, Leid als Kernelement der Kunst

Alfred Hrdlicka studierte außerdem Bildhauerei bei Fritz Wotruba und betrieb im Verbund mit den befreundeten Künstlern Rudolf Schönwald, Fritz Martinz und Georg Eisler eine Lithowerkstatt. Mit Martinz bekam er auch seine erste Ausstellung: 1960 präsentierte er seine Werke unter dem Motto Skulptur, Malerei und Grafik in der Zedlitzhalle in Wien. Den internationalen Durchbruch erreichte Alfred Hrdlicka durch seine Beteiligung an der 32. Biennale in Venedig. Gemeinsam mit Herbert Boeckl war er der offizielle Vertreter Österreichs und konnte ein größeres Publikum auf sich aufmerksam machen. Ein zentrales Element der Kunst Alfred Hrdlickas war das menschliche Leid, verursacht durch Krieg und Faschismus, aber dann auch die seelischen Nöte der psychisch Kranken, mit deren Welt er 1966 erstmals in Berührung kam. Bald drängte er mit seiner Kunst auch in den öffentlichen Raum: Die Anfertigung und Aufstellung einer Büste für den verstorbenen Staatspräsidenten Karl Renner wurde von heftigen Protesten begleitet.

Die Kunst als Triebkraft zur Bewegung und Besserung

Alfred Hrdlicka hatte mit derartigen Widerständen sein Leben lang zu kämpfen und scheute sie nicht. Er begriff Kunst nicht als Selbstzweck, sondern als Versuch, etwas zu bewegen. Die Erwartungen und vorherrschenden Ströme der Kunstszene interessierten ihn nicht, ebenso wenig wie ihre Ehrungen, die er allesamt ablehnte. Die abstrakte Kunst bezeichnete er verächtlich als Blankoscheck, den jeder Kritiker nach Belieben mit seiner eigenen Interpretation füllen könne. Stattdessen widmete er sich voller Eifer der figürlichen Darstellung – wenn auch auf seine ganz eigene Weise. Sein Herz gehörte dabei den Außenseitern, zu denen Alfred Hrdlicka sich auch selbst zählte. Als Bildhauer verstand er sich als Befreier, denn er befreite mit seiner Arbeit ein Kunstwerk aus dem Stein – und ganz ähnlich gedachte er mit seiner Kunst die Menschen zu befreien, indem er ihr Leid und die Missstände durch seine Kunst sichtbar machte. Der Tod seiner ersten Frau Barbara sowie der Suizid seiner Geliebten Flora stürzten Alfred Hrdlicka in eine zeitweilige Schaffenskrise, die er mit dem Bilderzyklus Der Fall Flora überwand.

Alfred Hrdlicka starb am 5. Dezember 2009 in Wien.

© Kunsthaus Lempertz

Alfred Hrdlicka Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Alfred HrdlickaLiegender Torso (Samson)€30.240
Alfred HrdlickaStele mit weiblicher Figur€22.320
Alfred HrdlickaStehende männliche Figur€13.685
Alfred HrdlickaMartha Beck I€8.925
Alfred HrdlickaWeibliche Rückenstudie€8.330
Alfred HrdlickaBauernkrieg€5.236

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