Chargesheimer (Karl Hargesheimer)

Geburtsdatum/-ort

19. Mai 1924, Köln

Todestag/-ort

31. Dezember 1971, Köln

Chargesheimer (Karl Hargesheimer) - Lichtgrafik. Monoskripturen
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Chargesheimer (Karl Hargesheimer) Biografie

Chargesheimer war mehr als ein Fotograf: Er war Künstler, schuf Skulpturen, Gemälde und Bühnenausstattungen, aber sein Ruhm gründet auf der fotografischen Arbeit, mit der er vor allem seiner Heimatstatt Köln ein bleibendes bildnerisches – und kritisches – Denkmal gesetzt hat.

Chargesheimer - Erste Erfolge mit pointierter Personenfotografie

Chargesheimer wurde am 19. Mai 1924 als Karl Heinz Hargesheimer in Köln geboren. Seine früh erwachte Begeisterung für die Fotografie konnte er aufgrund der schwierigen Verhältnisse nicht durch eine reguläre Ausbildung kultivieren; nur wenige Semester in der Fotoklasse der Kölner Werkschulen und an der Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen waren ihm vergönnt. Während dieser Zeit betätigte er sich als Bühnenfotograf und experimentierte mit Lichtgrafiken und Fotomontagen. Anfang der 1950er-Jahre verdingte sich Chargesheimer als Werbefotograf und konnte diese Erfahrungen auch in seine erste Lehrtätigkeit als Dozent an der Bi-Kla-Schule in Düsseldorf einbringen. Als künstlerischer Schwerpunkt in seinem fotografischen Schaffen kristallisierte sich mehr und mehr die Porträtfotografie heraus, wobei er die dargestellten Personen nicht einfach abbildete, sondern sehr genau betrachtete und in ein durchaus kritisches Licht rückte. Der pointiert-satirische Ansatz wurde zum Markenzeichen von Chargesheimer und verschaffte ihm eine wachsende Bekanntheit.

Eine Totenmaske für den Bundeskanzler

Chargesheimer provozierte mit seinen Bildern gern, wenn auch nie ohne Ziel und Anlass, und es war eine solche fotografische Provokation, der er seinen Ruhm verdankte: Mit seinen ersten bissigen Porträts hatte er die Aufmerksamkeit des Spiegel-Herausgebers Rudolf Augstein auf sich gezogen, von dem er den Auftrag für ein Porträt von Konrad Adenauer erhielt. Das Bild erfüllte Augsteins Erwartungen und zeigte Adenauer mit einem nahezu zur Totenmaske erstarrten Gesicht, das eine Überalterung und Erschlaffung des Politikers suggerierte – unmittelbar vor der Bundestagswahl 1957, die Adenauer allerdings trotz Augsteins Mühen mit absoluter Mehrheit gewann. Die öffentliche Empörung über die als respektlos empfundene Darstellung war enorm, aber Chargesheimer war über Nacht berühmt. An der Arbeitsweise und Einstellung des eigenwilligen Künstlers änderte der plötzliche Ruhm nichts. Chargesheimer blieb schwierig und unangepasst und fuhr damit fort, einen eigenständigen und kritischen Blick auf seine Umgebung zu werfen – vor allem auf Köln, die Stadt, die er als Heimat ansah.

Gefeierte Bildbände schreiben Geschichte

Chargesheimer schuf eine große Zahl von Bildbänden, die eine breite Rezeption fanden. Allerdings rief er auch hier Widerspruch hervor: Für einen 1959 in Zusammenarbeit mit Heinrich Böll entstandenen Fotoband über das Ruhrgebiet handelte er sich erbitterten Protest des Essener Bürgermeisters ein, der die dunkle und schmutzige Bildersprache beklagte. Umso heller fiel das Lob der Kritik aus: Für seine Kunst erhielt Chargesheimer Preise und Auszeichnungen, darunter 1968 der Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Während die Menschen über das gesamte Schaffen des Künstlers hinweg eine zentrale Rolle spielten, blieb ausgerechnet das letzte Werk menschenleer: In seinem Fotoband »Köln 5 Uhr 30« zeigte er ein entvölkertes, lebensfeindliches Köln aus grauem Beton und öden Straßen. Die Kritik an den menschenfeindlichen Stadtplanern seiner Heimatstadt war die letzte große Abrechnung des Fotografen.

Chargesheimer wurde am 5. Januar 1972 tot in seiner Kölner Wohnung aufgefunden. Bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, ob der streitbare und einzelgängerische Künstler Suizid verübt hat. Seine Grabstätte auf dem Kölner Melaten-Friedhof galt lange Zeit als verschollen; sie wurde erst in den 2000er-Jahren wiederentdeckt.

© Kunsthaus Lempertz

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