Hermann Glöckner

Geburtsdatum/-ort

21. Januar 1889, Dresden

Todestag/-ort

10. Mai 1987, Berlin

Hermann Glöckner - Rechtwinkelige Durchdringung: Zeichen F auf Schwarz
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Hermann Glöckner Biografie

Hermann Glöckner galt lange Zeit als Geheimtipp unter Künstlerkollegen, dem die große Publikumsgunst versagt blieb. In den letzten Jahren wird dem deutschen Maler zunehmend die Anerkennung zuteil, die ihm als Mitbegründer des Konstruktivismus gebührt.

Hermann Glöckner - Sehnsucht nach Freiheit und Selbstverwirklichung

Hermann Glöckner wurde am 21. Januar 1889 in Cotta bei Dresden geboren. Als Sohn eines Schlossergehilfen und Justierers wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf, besuchte zunächst die Volksschule und später die Städtische Gewerbeschule in Leipzig. Dort ließ er sich zum Musterzeichner ausbilden und nahm gemeinsam mit dem Grafiker Friedrich Kurt Fiedler und dem Architekten Edmund Schuchardt an Abendkursen der Kunstgewerbeschule Dresden teil. In dieser Zeit entwickelte Hermann Glöckner sein Interesse an der darstellenden Geometrie und der Projektionslehre. Seine Lehrer hießen zunächst Oskar Seyfert und Max Rade; es war aber vor allem des Letztgenannten Sohn Carl Rade, der als junger Dozent eine persönliche Bindung zu seinem Studenten aufbaute und Glöckners Entwicklung nachhaltig prägte. Hermann Glöckner sah sich schließlich außerstande, seine angestrebte künstlerische Entwicklung mit der einengenden Arbeit als Musterzeichner in Einklang zu bringen und entschied sich 1910 für eine Laufbahn als freischaffender Künstler.

Holpriger Weg in die künstlerische Unabhängigkeit

Hermann Glöckner scheiterte mit seiner ersten Bewerbung an der Dresdener Kunstakademie am Einspruch des impressionistisch orientierten Professors Carl Bantzer und musste nach dreijährigem vergeblichem Streben nach Unabhängigkeit doch wieder als Musterzeichner arbeiten. Im Ersten Weltkrieg musste er trotz zuvor festgestellter Untauglichkeit ab 1915 an Ost- und Westfront Dienst leisten; die dabei erfahrenen Schrecken des Krieges verstörten den empfindsamen Künstler zutiefst. Nach dem Krieg bestritt Glöckner seinen Lebensunterhalt widerwillig als Modezeichner und als Kopist von Werken aus der Dresdner Gemäldegalerie Alter Meister. 1923 konnte er endlich das ersehnte Studium an der Dresdner Kunstakademie beginnen – bei dem Maler und Designer Otto Gussmann, der Glöckners künstlerische Ansätze zwar tolerierte, mit dem eigenwilligen jungen Maler ansonsten aber kaum etwas anzufangen wusste. 1927 durfte Hermann Glöckner in der Berliner Galerie Harberg zum ersten Mal seine Bilder vorstellen. Neben Otto Griebel, Wilhelm Lachnit, Lucie Prussog-Jahn und Erna Lincke gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Dresdner Sezession 1932. Weil die Nationalsozialisten seine Kunst als »entartet« diffamierten, sah sich Glöckner in den Jahren 1937–1944 gezwungen, kunsthandwerkliche Arbeiten am Bau auszuführen. 1945 verlor er infolge der Luftangriffe auf Dresden sein Atelier und einen Großteil seines künstlerischen Werkes.

Späte Würdigung als ein Meister der Moderne

Hermann Glöckner zog nach diesem Verlust nach Loschwitz und arbeitete dort im Künstlerhaus. Von 1945 bis 1948 gehörte er der Künstlergruppe »Der Ruf« an, die für einen neuen Aufbruch und frisches Engagement der deutschen Kunstszene nach dem Zusammenbruch warb. Zwar erhielt Hermann Glöckner Preise und Auszeichnungen, darunter 1983 die Hans-Grundig-Medaille und 1984 den Nationalpreis der DDR III. Klasse, aber sein avantgardistisches Kunstverständnis stand in einem steten Spannungsverhältnis zu den Erwartungen der stark reglementierten DDR-Kunstszene. Unter Künstlerkollegen wie Hans Theo Richter und Josef Hegenbarth rief Glöckner zunehmend Anerkennung und Bewunderung hervor, ein großes Publikum erreichte er mit seinen konstruktivistischen Bildern zu Lebzeiten jedoch nicht. Sein Tafelwerk wurde dennoch wegweisend für die moderne Kunst dieser Zeit. In den 1960er Jahren widmete er sich zunehmend der Plastik. Während man in Westdeutschland frühzeitig Notiz von Hermann Glöckners Arbeit nahm, begann seine angemessene Würdigung als Meister der Moderne in der DDR erst anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers. Im Jahr 2000 wurde er von den Lesern der Dresdner Neuesten Nachrichten unter die 100 bedeutendsten Dresdner des 20. Jahrhunderts gewählt.

Hermann Glöckner starb am 10. Mai 1987 in Berlin.

© Kunsthaus Lempertz

Hermann Glöckner Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Hermann GlöcknerRechtwinkelige Durchdringung: Zeichen F auf Schwarz€161.200
Hermann GlöcknerGefaltete Streifen in Weiß und Gelb auf Schwarz€69.440
Hermann GlöcknerRäumliche Faltung, schwarzweiß vor violett€35.000
Hermann GlöcknerRäumliche Faltung, schwarzweiß vor violett€22.320
Hermann Glöckner270471/8 (Faltung schwarz-rot)€13.420
Hermann GlöcknerPhase 3, Faltung in der Fläche€12.500

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