Mollenhauer, Ernst

Ernst Mollenhauer

Die große Zeit des Expressionismus schien bereits vergangen, da erstrahlte mit Ernst Mollenhauer ein neuer Stern am längst verdunkelten Firmament, und obwohl seine Werke immer wieder Opfer von Feuer und Hass wurden, hinterließ er doch ein nachhaltiges künstlerisches Vermächtnis.

Ernst Mollenhauer - Protegé von Lovis Corinth, Studium bei Richard Pfeiffer und Arthur Degner

Ernst Mollenhauer wurde am 27. August 1892 in Tapiau geboren. Frühe Förderung erfuhr er durch Lovis Corinth, der ein Freund seines Vaters war und ebenfalls aus Tapiau stammte. So durfte Ernst Mollenhauer ab 1913 ohne das sonst übliche Probejahr an der Kunstakademie Königsberg studieren, unter seinen Lehrern befand sich auch Richard Pfeiffer. Den Ersten Weltkrieg erlebte der junge Künstler als Soldat in Polen, Italien, Russland und Frankreich. Seine Kriegserlebnisse verarbeitete Mollenhauer in einem umfangreichen Tagebuch mit vielen Skizzen – das wertvolle Dokument wurde allerdings 1945 vernichtet. Gleich 1918 setzte er sein Studium fort und beteiligte sich außerdem an der Gründung der Künstlervereinigung »Der Ring«, ab 1920 war er zudem Meisterschüler bei Arthur Degner. Im selben Jahr heiratete er Hedwig Blode, die Tochter des Gastwirts Hermann Blode, dessen Gasthof ein vielbesuchter Treffpunkt für Künstler war und bereits als Gründungsort für die berühmte Künstlerkolonie Nidden gedient hatte.

Ausstellungen in den USA, Freundschaft mit Paul Fechter

Von 1922 bis 1924 lebte Ernst Mollenhauer in den USA, wo er als einer der ersten deutschen Künstler nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ausstellen konnte. Leider ging ein Teil seiner Bilder auf dem Transport und später durch ein Feuer verloren, sodass die geplante Präsentation deutlich kleiner ausfallen musste, als vom Künstler beabsichtigt. Nach Nidden zurückgekehrt, übernahm Ernst Mollenhauer den Gasthof seines Schwiegervaters und machte sich in den folgenden Jahren sehr verdient um die Künstlerkolonie. Eine enge Freundschaft entspann sich mit dem Kritiker und Schriftsteller Paul Fechter, der ihn bei vielen künstlerischen Fragen und Erörterungen beriet.

Vergeblicher Kampf gegen den Bildersturm, neues Leben in Düsseldorf

Die Nationalsozialisten erklärten das Werk Ernst Mollenhauers sowie den Rest der Niddener Künstlerkolonie für entartet. Mollenhauer versuchte mit seiner Frau verzweifelt, den Geist der Kolonie zu erhalten – und verlor diesen Kampf ausgerechnet gegen die Befreier: Soldaten der Roten Armee verfeuerten die kostbare Sammlung seines Schwiegervaters Hermann Blode in ihrer Sauna. Mollenhauer selbst geriet kurzfristig in Kriegsgefangenschaft, konnte sich aber nach seiner Entlassung 1946 in Kaarst nahe Düsseldorf eine neue Existenz aufbauen. Bereits 1950 besaß er wieder ein eigenes Atelier im Düsseldorfer Künstlerhaus, ein weiteres eröffnete er auf Sylt. Für sein Werk erhielt Ernst Mollenhauer Preise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz.

Der Maler, der mit Schicksal und Geschichte rang

Ernst Mollenhauer starb am 3. April 1963 in Düsseldorf an einem Herzinfarkt. Sein durch Unglück und Verfolgung geschmälertes Vermächtnis wurde wenige Jahre später noch weiter aufgezehrt: Im Rahmen einer Serie von Brandstiftungen wurde auch sein Sylter Atelier und alle darin enthaltenen Gemälde zerstört. Umso kostbarer sind die Bilder, die von Ernst Mollenhauer erhalten sind: Sie zeigen einen instinktiv begabten Meister des Expressionismus, der mit unbändigem Willen allen Widerständen und Schicksalsschlägen trotzte und seine Landschaften mit ausdrucksstarker Dramatik ihren Betrachtern entgegenwarf. Zweimal hatte Mollenhauer der Geschichte getrotzt: Der Weltgeschichte, die sein Werk verbrannte, und der Kunstgeschichte, die seinen Stil begrub.

Ernst Mollenhauer Preise

Künstler Kunstwerk Preis
Ernst Mollenhauer Morgenfrühe am Kanal €21.420
Ernst Mollenhauer Boote €13.200
Ernst Mollenhauer Nidden (Am Kurischen Haff) €11.780
Ernst Mollenhauer Drei Boote am Strand (Kurische Nehrung) €11.160
Ernst Mollenhauer Segelboote im Kurischen Haff €9.920

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