August Sander

Geburtsdatum/-ort

17. November 1876, Herdorf, Deutschland

Todestag/-ort

20. April 1964, Köln, Deutschland

August Sander - Der Maler Heinrich Hoerle
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August Sander Biografie

    August Sander (Herdorf 1876 - 1964 Köln), der mit seinen Bildbänden "Anlitz der Zeit" und dem Mappenwerk "Menschen des 20. Jahrhunderts" die Photographiegeschichte maßgeblich prägte, zählt heute zu den wohl bedeutendsten deutschen Photographen seiner Zeit. Durch seine konzeptuelle Arbeitsweise und die Konzentration auf eine sachlich-dokumentarische Photographie, die er als künstlerisches Ausdrucksmittel verwendet, gilt Sander seit Jahrzehnten als Vorbild seiner Nachfolgegenerationen.

    August Sander - "Wanderjahre"

    August Sander durchlief keine klassische Photographenlehre, übte sich jedoch in seinem Heimatdorf Herdorf schon in frühen Jahren als Amateurphotograph und praktizierte Ende der 1890er Jahre für kurze Zeit bei dem Trierer Photographen Georg Jung. Nach den von Sander als 'Wanderjahre' betitelten Jahren von 1899-1901, in denen er landesweit in verschiedenen photographischen Unternehmen tätig wird, lässt sich August Sander im österreichischen Linz nieder. In Linz geht Sander einer Anstellung in der Photographischen Kunstanstalt Greif nach, welche er von 1904 übernimmt und bis 1910 leitet. Obwohl Sander in Linz wirtschaftliche Erfolg verzeichnen konnte und als Photograph etabliert war, kehrt er mit seiner Familie 1910 nach Deutschland zurück und bezieht ein Atelier in Köln-Lindenthal, welches Sander als 'Werkstätte für künstlerische Heimaufnahmen' bezeichnet. Aufgrund seiner zunächst schlechten Auftragslage in der neuen Stadt wird der Kundenstamm auch auf das ländliche Umland ausgeweitet und Sander betätigt sich parallel als Wanderphotograph im Westerwald.

    Sanders Austritt aus dem "rein kommerziellen Gewerbe" eines Photographen

    In Köln knüpft August Sander Kontakte zur lokalen Künstlerszene, vermehrt mit der Gruppe der "Kölner Progressiven", unter ihnen Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert, in deren Kreise er 1927 aufgenommen wird und die sein Werk maßgeblich beeinflussen. Während Sander in seinen Linzer Jahren durchaus kunstphotographische Ambitionen verfolgt hatte, preist der Künstler seine Arbeiten in Köln als 'schlichte natürliche' Bildnisse an und hebt das dokumentarische Wesen der Photographie hervor. So tritt Sander in den 1920er Jahren aus dem rein kommerziellen Gewerbe eines Photographen hinaus und verfasst 1924 die ersten handschriftlichen Gedanken zu seinem Mappenwerk "Menschen des 20. Jahrhunderts". In diesem, in der Folgezeit zu einem kolossalen Werk anwachsenden Langzeitprojekt, gliedert Sander seine vergleichenden, möglichst vorurteilsfreien und wirklichkeitsnahen Menschen-Portraits entsprechend einem von ihm angelegten Konzept, in verschiedene Bildmappen, die einen 'Querschnitt durch die heutige Zeit und unser deutsches Volk zu bringen' zu zeigen versuchen.

    Die erste Ausstellung und Veröffentlichung von August Sanders Werke

    Ausschnitte seines Portraitwerkes werden 1927 im Kölnischen Kunstverein in einer ersten sehr erfolgreichen Ausstellung gezeigt. Die erste Veröffentlichung seiner Werke folgt 1929 mit dem Bildband "Anlitz der Zeit. 60 Aufnahmen von deutschen Menschen". Die Publikation erhält große zeitgenössische Resonanz in vielerlei Besprechungen, u.a. von Kurt Tucholsky und Walter Benjamin. Unter den Nationalsozialisten werden die Druckstöcke von "Anlitz der Zeit" zerstört und der weitere Vertrieb des Buches eingestellt. Sanders Sohn Erich, Mitglied der ab 1933 verbotenen SAPD (Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands), wird inhaftiert und kommt 1944 durch einen nicht behandelten akuten Blinddarmdurchbruch im Zuchthaus ums Leben. Während des Zweiten Weltkriegs widmet sich August Sander nun vermehrt der Landschaftsphotographie und der Aufnahme von Stadtansichten.

    August Sanders Atelier in Kuchhausen

    Sander verlegt 1944, nachdem sein Atelier und 25.000 bis 30.000 Negative einem Bombenangriff zum Opfer gefallen waren, endgültig seinen Lebensmittelpunkt und den wichtigsten Teil seines Archivs nach Kuchhausen im Westerwald. Auf Anregung von L. Fritz Gruber werden 1951 Arbeiten von August Sander auf der zweiten photokina in Köln gezeigt. Das Mappenwerk "Köln wie es war" wird 1953 von der Stadt Köln angekauft. Sanders Portraitwerk wird 1959 in einer Sonderausgabe der Züricher Kunstzeitung "du" wiederentdeckt. 1962 veröffentlicht Sander ein weiteres und gleichzeitig sein letztes Werk "Deutschenspiegel. Menschen des 20. Jahrhunderts". August Sander verstirbt 1964 in Köln.

    © Kunsthaus Lempertz

    August Sander Preise

    KünstlerKunstwerkPreis
    August SanderDer Maler Heinrich Hoerle€59.520
    August SanderKöln und sein Siebengebirge€38.720
    August SanderDORFPHILOSOPHEN€25.200
    August SanderDer Rhein bei Boppard/Osterspey€18.300
    August SanderKino Capitol, Köln€16.120
    August SanderKarl und Ida Ermert, Herdorf€14.880

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